Bridgewater erwartet Unternehmenspleiten Weltgrößter Hedgefonds wettet auf Rezession in USA und Europa

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater erwartet eine starke Abkühlung der Konjunktur in den USA und Europa. Zinserhöhungen in den USA dürften vielen kleineren Unternehmen Probleme bereiten. Also wettet der Hedgefonds auf einen Ausverkauf bei Unternehmensanleihen.
Wall Street: Viele Akteure am Finanzmarkt wetten derzeit auf fallende Kurse und eine Rezession in den USA

Wall Street: Viele Akteure am Finanzmarkt wetten derzeit auf fallende Kurse und eine Rezession in den USA

Foto: ANGELA WEISS / AFP

Die jüngste Schwäche an den Finanzmärkten werde nach Einschätzung von Bridgewater nicht die letzte in diesem Jahr gewesen sein. "Wir befinden uns jetzt in einer radikal veränderten Welt", sagte Greg Jensen, einer der Chief Investment Officer des Fonds, im Interview mit der "Financial Times" . Insbesondere die Inflation in USA und Europa dürfte sich als deutlich hartnäckiger erweisen als derzeit erhofft. Die US-Notenbank werden dann gezwungen sein, die Zinsen noch deutlicher zu erhöhen als bisher angenommen, um die Teuerung in den Griff zu bekommen. Dies könnte die Wirtschaft in eine Rezession treiben. Zahlreiche schwächere, aber stark verschuldete Unternehmen dürften dann Schaden nehmen. "Wir nähern uns einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur", sagte Jensen.

Der Markt für US-Unternehmensanleihen hat ein Volumen von rund 23 Billionen Dollar. US-Anleihen mit Investmentrating haben wegen der erwarteten Zinserhöhung in diesem Jahr bereits rund 12 Prozent an Wert verloren. In Europa betragen die Verluste von Unternehmensbonds seit Jahresbeginn rund 10 Prozent. Die Notenbanken in den USA wie in den Europa hätten keine andere Möglichkeit, als den Märkten nach vielen Jahren des billigen Geldes nun wieder Liquidität zu entziehen, so Jensen.

Viele hoch bewertete Unternehmen, die auf frische Liquidität angewiesen sind, dürften dann unter Druck geraten. Es werde sich ein "Liquiditätsloch" auftun, schätzt Jensen. "In einem solchen Szenario sollte man nicht in Assets investiert sein, die auf Liquidität angewiesen sind."

Insgesamt setzen Hedgefonds in den USA derzeit rund 250 Milliarden Dollar auf fallende Märkte, berichtet das Handelsblatt und beruft sich dabei auf Daten des Finanzdatenanbieters S3 Partners. Das Verhalten der Hedgefonds sei ein Warnsignal mit Blick auf eine nahende Abkühlung der Konjunktur.

la
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.