Deutsche-Wohnen-Übernahme Vonovia schließt Kapitalerhöhung ab

Deutschlands größter Vermieter hatte bei der Geldbeschaffung für die Übernahme der Deutsche Wohnen offenbar keine Probleme: Rund acht Milliarden Euro erlöste Vonovia per Kapitalerhöhung.
Flagge zeigen: Vonovia wurde durch die Übernahme der Deutsche Wohnen noch größer

Flagge zeigen: Vonovia wurde durch die Übernahme der Deutsche Wohnen noch größer

Foto: Bernd Thissen / dpa

Der Immobilienkonzern Vonovia hat seine für die Übernahme der Deutsche Wohnen gedachte Kapitalerhöhung erfolgreich unter Dach und Fach gebracht. Insgesamt fließt dem Unternehmen damit ein Bruttoerlös von 8,08 Milliarden Euro zu, wie die Dax-Firma am Mittwoch in Bochum mitteilte. In etwa diese Summe hatte der Konzern bereits eingeplant, als er im November wenig überraschend die Kapitalmaßnahme ankündigte. Mit den Nettoeinnahmen will der Konzern einen Kredit für den Zukauf des Konkurrenten teilweise zurückzahlen.

Vonovia war in einem ersten Schritt nahezu sämtliche angebotenen Aktien losgeworden. Von den offerierten 201,3 Millionen Stückaktien waren bis Ende der Bezugsfrist am 7. Dezember Bezugsrechte für rund 198,5 Millionen Papiere ausgeübt worden, was einer Quote von 98,59 Prozent entsprach. Die verbliebenen rund 2,83 Millionen neuen Aktien platzierte der Konzern nun zur Wochenmitte bei institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung. Der Handel mit den neuen Aktien soll voraussichtlich zum Start in die neue Börsenwoche am kommenden Montag (13. Dezember) beginnen.

Im Dax lagt der Vonovia-Kurs zuletzt knapp 0,3 Prozent im Minus bei 50,48 Euro. Erst zu Monatsbeginn war die Aktie bei 47,11 auf ein Tief seit Mai 2020 gefallen. Vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung wurden für die Papiere im November noch über 55 Euro gezahlt.

Beim dritten Anlauf war Deutschlands größtem Vermieter Ende Oktober die mehrheitliche, gut 19 Milliarden Euro schwere Übernahme der Nummer zwei der Branche geglückt. Damit entsteht ein europäischer Immobilienriese mit rund 568.000 Wohnungen, ganz überwiegend in Deutschland. Der gemeinsame Marktanteil beträgt in Deutschland nach Unternehmensangaben rund 2 Prozent. Umstritten ist der Deal vor allem in Berlin, wo Deutsche Wohnen rund 114.000 Wohnungen gehören. Um Kritiker zu besänftigen, hatte Vonovia-Chef Rolf Buch unter anderem eine Begrenzung der regulären Mietsteigerungen in Berlin bis zum Jahr 2026 angekündigt.

cr/dpa-afx
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