Vorschlag für öffentlich-privaten Fonds Versicherer erwägen milliardenschweren Pandemie-Fonds

Jörg Asmussen: Der Ex-Notenbanker ist nun Chef des Verbands der Versicherungswirtschaft

Jörg Asmussen: Der Ex-Notenbanker ist nun Chef des Verbands der Versicherungswirtschaft

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Deutsche Versicherer schlagen einen öffentlich-privaten Fonds vor, um die Folgen künftiger Pandemien abzufedern. Der Fonds soll durch Beiträge potenziell betroffener Unternehmen und Versicherungsgesellschaften sowie über Anleihen und staatliche Mittel finanziert werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Diskussionspapier des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Der Fonds müsse über einen Kapitalstock zumindest in niedriger zweistelliger Milliardenhöhe verfügen. Zuerst hatte der "Spiegel" über das Diskussionspapier berichtet.

"Die Corona-Pandemie und die folgende flächendeckende Schließung zeigen, dass vielen Unternehmen ohne schnelle finanzielle Unterstützung die Insolvenz droht", sagte Jörg Asmussen, Geschäftsführer des GDV. Allein privatwirtschaftlich seien solche Schäden nicht versicherbar.

Asmussen führt den Gesamtverband seit April 2020, mit Krisensituationen kennt er sich aus: Der Ökonom vermittelte in der Finanzkrise 2008 zwischen Bundesregierung und Banken, im Jahr 2012 zog er ins Direktorium der EZB ein und bekämpfte dort die EU-Schuldenkrise.