Mittwoch, 27. Mai 2020

Trotz Empfehlung der EU-Aufseher Versicherer lehnen Forderung nach Dividendenpause ab

Das Logo des Versicherungskonzerns Allianz

Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa findet mit ihrer Forderung nach einer Pause bei Dividendenzahlungen kein Gehör bei großen deutschen Versicherern. Allianz Börsen-Chart zeigen, Münchener Rück und Talanx Börsen-Chart zeigen wollen an ihren Ausschüttungen festhalten. Auch die Hannover Rück Börsen-Chart zeigen hat ihre Dividendenempfehlung für die Hauptversammlung bislang nicht geändert.

Europas größter Versicherer Allianz gab am Montag bekannt, seinen Aktionären trotz Corona-Krise eine Dividende für 2019 auszahlen zu wollen. "Obwohl zu erwarten ist, dass sich das aktuelle Umfeld auch in unseren Ergebnissen niederschlagen wird, bleibt unsere Finanzkraft weiterhin sehr stark", teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit.

Daher sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Versammlung allerdings ohne persönliche Präsenz der Aktionäre in virtueller Form statt.

Allianz stoppt Aktienrückkauf

Während der Vorstand an der geplanten Dividende festhält, rudert er beim laufenden Aktienrückkauf zurück. Das laufende Programm im Umfang von 1,5 Milliarden Euro soll nach der Hälfte der Summe erst einmal gestoppt werden. "Wir werden eine Wiederaufnahme des Programms erwägen, wenn die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie klarer erkennbar sind", teilte der Konzern mit.

Vor einigen Tagen hatte die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Unternehmen der Branche zu einer Pause bei Dividenden und Aktienrückkäufen aufgefordert. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte ein pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen aber als nicht geboten erachtet. Die Bafin erwarte von den Unternehmen aber "eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen", hieß es.

Anderes Bild im Bankensektor

In der Bankenbranche ergibt sich ein anderes Bild: Auf Geheiß der Europäischen Zentralbank haben diese Woche zahlreiche Banken ihre Dividendenzahlungen ausgesetzt. Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die niederländischen Institute ABN Amro, ING Börsen-Chart zeigen, Rabobank, die italienische Unicredit Börsen-Chart zeigen sowie zahlreiche kleinere Geldhäuser im Euro-Raum hatten zu Wochenbeginn angekündigt , vorerst kein Geld an Aktionäre auszuschütten.

Die EZB hatte die Banken aufgefordert, wegen der Pandemie bis mindestens 1. Oktober keine Dividenden für 2019 und 2020 zu zahlen. Die Institute sollten das Geld nutzen, um in der Virus-Krise Haushalte und Unternehmen mit Krediten zu stützen und ihre eigene Stabilität zu gewährleisten. Auch die deutsche Finanzaufsicht drängt die Banken zur Aussetzung der Dividenden. Einzelne Banken wie Unicredit haben zudem angekündigt, vorerst kein Geld für Aktienrückkäufe auszugeben.

msc/dpa

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