Mittwoch, 17. Juli 2019

Neuer BdV-Vorstand "Eine möglichst hohe Legitimation finden"

Führt wieder den Bund der Versicherten: Axel Kleinlein

2. Teil: Neue Satzung in Sicht - BdV verteidigt günstigere Tarife für Mitglieder

mm: Wenn von 52.000 Mitgliedern nur 230 stimmberechtigte zur wohl wichtigsten BdV-Versammlung überhaupt kommen, ist das ein schwaches Zeichen. Wie will der Verein seine Mitglieder künftig stärker mobilisieren und damit die Legitimation seiner Führungsspitze auf eine breitere Basis stellen?

Kleinlein: Diese Diskussion wird bereits seit längerem sehr intensiv geführt und der neue Aufsichtsrat und wir als neuer Vorstand wollen uns dieser Diskussion auch stellen. Dazu bedarf es dann vermutlich einer tiefgehenden Anpassung der Satzung, egal ob wir durch Internettechniken, Stimmübertragung oder ein Delegiertensystem eine Lösung suchen. Für die Neufassung der Satzung wollen wir die Mitglieder intensiv einbinden, um dann eine möglichst hohe Legitimation zu finden

mm: Womöglich profitieren viele Mitglieder lieber leise von günstigen Versicherungstarifen, die der BdV mit der Assekuranz verhandelt hat. Kritiker monieren diese Geschäfte des BdV schon länger. Policenvertrieb und aggressiver Verbraucherschutz unter einem Dach - kann das auf Dauer gut gehen?

Kleinlein: Selbstverständlich. Die Rahmenverträge sind ein fester Bestandteil der Verbraucherschutzarbeit! Denn mit diesen Verträgen können wir der Branche zeigen, dass es in vielen Punkten auch anders geht. Übrigens handelt es sich um keinen üblichen "Policenvertrieb", denn es fließen weder Abschlusskosten noch Courtage, noch andere "Belohnungen" für den Vetrieb.

mm: Wo sehen Sie aktuell Ihre wichtigste Aufgabe als neuer Vorstand?

Kleinlein: Neben den drängenden verbraucherpolitischen Themen rund um die Bewertungsreserven oder die Zukunft der PKV gilt es natürlich, den Verein zu befrieden. Dafür werden wir noch ein paar Tage brauchen, bis wir ein klares Bild für unsere zukünftigen Ziele zeichnen können.

mm: Der Vorwurf von Ex-Aufsichtsrat Gobrecht, Sie hätten einzelne BdV-Mitarbeiter gemobbt, steht noch im Raum. Werden Sie juristisch dagegen vorgehen?

Kleinlein: Das werde ich mir genau überlegen, wie ich mich gegen diese absurden Vorwürfe wehre. Diese Entscheidung fälle ich dann ruhigen Blutes, wenn ich ein wenig Distanz zur aktuellen Diskussion habe. An erster Stelle steht jetzt erst einmal der Verein und unser gemeinsames Ziel, die Weichen richtig zu stellen.

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