Lebensversicherung "Viele Verbraucher müssten ihren Vertrag eigentlich kündigen"

Die Zinsen steigen wieder, die Inflation aber auch. Können Lebensversicherte jetzt aufatmen oder sollten sie ihre Police kündigen? Der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein warnt im Gespräch vor Milliardenrisiken und sieht in neuen Regeln Sprengstoff für die Branche.
Das Interview führte Lutz Reiche
Loslassen: Versicherte sollten ihren Vertrag laut Kleinlein lieber kündigen oder zumindest beitragsfrei stellen

Loslassen: Versicherte sollten ihren Vertrag laut Kleinlein lieber kündigen oder zumindest beitragsfrei stellen

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Anastasia Lusnikova / EyeEm / Getty Images

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Als Versicherungsmathematiker ist Axel Kleinlein den Lebensversicherern schon lange ein Dorn im Auge – zum einen durch seine kritischen Studien, zum anderen durch seine verbraucherpolitische Arbeit beim Bund der Versicherten, deren Vorstandsprecher er bis vergangenen Herbst gut zehn Jahre lang war. Nun will er "endlich wieder mehr rechnen", sagt Kleinlein – und spricht im Interview über die Folgen steigender Zinsen und hoher Inflation sowie einen Vorstoß der Finanzaufsicht im Sinne der Kunden, der vielleicht nur auf den ersten Blick recht mutig erscheint.

manager magazin: Herr Kleinlein, gut ein Jahrzehnt litten Lebensversicherer unter den niedrigen Zinsen. Sie mussten höher verzinste, ältere Verträge zusätzlich absichern. Geld, das den Kunden aber auch für die Kapitalanlage fehlte. Jetzt steigen die Zinsen deutlich, doch so recht will keine Freude aufkommen. Täuscht der Eindruck?

Axel Kleinlein: Nein, das täuscht nicht. Zwar bekommen die Unternehmen etwas Entlastung. Für die Versicherten haben schnell steigende Zinsen derzeit aber sogar negative Effekte. Es wird einige Jahre dauern, bis die Lebensversicherungskunden von steigenden Kapitalmarktzinsen profitieren können. Und das wird dann hinterrücks durch die Inflation aufgefressen.

Foto: privat

Axel Kleinlein ist Versicherungsmathematiker und arbeitete in dieser Funktion unter anderem für die Allianz, später auch für die Stiftung Warentest sowie den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Von 2011 (mit kurzer Unterbrechung) bis September 2022 führte er als Vorstandsprecher den Bund der Versicherten  (BdV) an, die größte deutsche Verbraucherschutzorganisation für Versicherte. Kleinlein zählt zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerbewegung "Finanzwende" . Von April 2019 bis Juli 2022 war er Präsident des europäischen Verbraucherschutzverbands Better Finance  in Brüssel. Kleinlein arbeitet mit Beginn des Jahres 2023 wieder als selbstständiger Versicherungsmathematiker, um "endlich wieder mehr zu rechnen". Dass er darüber sein verbraucherpolitisches Engagement einstellen wird, verneint der Mathematiker klar.

Entlastung für Lebensversicherer und Nachteile für Kunden bei steigenden Zinsen? Das müssen Sie erklären.

Dazu muss man verstehen, wie Lebensversicherungen funktionieren. Die Versicherer garantieren ihren Kunden auf das angelegte Geld zunächst einen festen Zins, den sogenannten Garantiezins.

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