Allianz verkauft Policen-Bestand 4 Prozent Zins - und weg damit

Allianz-Chef Oliver Bäte mistet weiter in den Lebensversicherungs-Beständen im Ausland aus und nimmt dafür auch Verluste in Kauf.
Profit geht vor: Also trennt sich die Allianz im Ausland weiter von hochverzinsten Verträgen, für die sie zudem in der Bilanz viel Geld zurückstellen muss

Profit geht vor: Also trennt sich die Allianz im Ausland weiter von hochverzinsten Verträgen, für die sie zudem in der Bilanz viel Geld zurückstellen muss

Foto: dapd

Europas größter Versicherungskonzern Allianz trennt sich von rund 80.000 Lebensversicherungs-Policen in Taiwan, deren Inhabern er in der Vergangenheit vier Prozent Zinsen und mehr garantiert hatte. Übernommen wird der Bestand für einen Taiwan-Dollar von der Taiwan Life Insurance, die zum Finanzriesen CTBC gehört, sagte ein Allianz-Sprecher am Dienstag. Mit dem Verkauf verbunden sei ein kleiner dreistelliger Millionenverlust.

Ein vergleichbares Portfolio hatte die Allianz kürzlich in Südkorea an den aufstrebenden chinesischen Versicherer Anbang verkauft. Auch dabei nimmt sie einen dreistelligen Millionen-Verlust in Kauf, der voraussichtlich sogar noch höher ausfällt als in Taiwan.

Hintergrund sind die verschärften Kapitalregeln für europäische Versicherer ("Solvency II"). Sie zwingen die Branche, mehr Geld für langfristige Garantien zurückzulegen. Das verkaufte Portfolio in Taiwan band allein 1,2 Milliarden Euro an Deckungsrückstellungen.

"Die Veräußerung dieses Portfolios erfolgt im Einklang mit unserer Strategie, uns stärker auf kapitaleffizientere und (...) fondsgebundene Produkte zu fokussieren", erklärte der für Asien zuständige Allianz-Vorstand Maximilian Zimmerer.

Anders als in Südkorea bedeute der Verkauf aber keinen Komplettausstieg aus dem Lebensversicherungsgeschäft. 2015 war die Allianz, gemessen an den Beitragseinnahmen, in Taiwan der größte ausländische Lebensversicherer. Sie schrieb in der Sparte aber nur marginal schwarze Zahlen. Das soll sich nach dem Verkauf ändern, wie ein Sprecher sagte.

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rei/Reuters