Allianz erhöht Dividende Bäte bremst nach erster Bilanz

Die erste Bilanz von Oliver Bäte als Allianz-Vorstandschef kann sich sehen lassen. Auch wenn der Konzern knapp unter seinem Maximalziel bleibt, zeigt das Zahlenwerk klar die Problemfelder. Die Diskussion um eine mögliche Abspaltung von Pimco könnte bald wieder aufbranden.
Allianz-Konzern-Chef Oliver Bäte

Allianz-Konzern-Chef Oliver Bäte

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Mit seiner ersten Bilanz, die Oliver Bäte als Vorstandschef zu verantworten hat, hat Europas größter Versicherer Allianz sein selbst gestecktes Gewinnziel im abgelaufenen Jahr nicht ganz erreicht.

Das operative Ergebnis stieg um 3,2 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag in München mitteilte . Die Allianz hatte bis zu 10,8 Milliarden Euro angepeilt.

Unter dem Strich kletterte der Überschuss um 6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro nach oben. Die Dividende soll auf 7,30 von 6,85 Euro je Anteilsschein teigen. Wie beim Nettogewinn hatten die Analysten auch hier mit 7,40 Euro etwas mehr erwartet.

Für 2016 peilt Bäte einen operativen Gewinn von 10 bis 11 Milliarden Euro an und bremst damit die Erwartungen. Analysten erwarten hier bereits 10,8 Milliarden Euro.

Bremsspuren bei den Erlösen, Profitabilität geht zurück

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Es ist vor allem dem starken Schlussspurt zu verdanken, dass Vorstandschef Bäte nicht noch weiter vom selbst gesteckten Ziel entfernt bleibt. So steigerte die Allianz im vierten Quartal des vergangenen Jahres das operative Ergebnis um 14,5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Auf der Erlösseite allerdings verliert die Allianz deutlich an Tempo: So konnte der Konzern die Umsätze nur noch leicht um 2,4 Prozent auf 125,2 Milliarden Euro erhöhen. Im Schlussquartal rutschten die Umsätze sogar um 1,1 Prozent ab.

Auch arbeitet der Konzern nicht mehr so profitabel wie im Vorjahr: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital rutschte im Allianz-Konzern auf 12,5 Prozent (2104: 13 Prozent).

Pimco enttäuscht und belastet das Asset-Managment

Enttäuschend fiel das Jahr für das Asset-Management aus, das weitgehend das Vermögensgeschäft der Allianz-Gruppe repräsentiert. Hier brach das operative Ergebnis um 11,8 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro ein. Der Konzern macht dafür die andauernden Mittelabflüsse bei der US-Fondstochter Pimco verantwortlich - auch wenn die Investoren dort zuletzt weniger Geld abzogen als in den Vorquartalen. Pimco selbst verdiente umgerechnet mit 1,8 Milliarden Euro rund ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Kräftiger Gewinnanstieg in der Lebensversicherung - und der Kunde wundert sich

Während das Geschäft der Schaden- und Unfallversicherung zum operativen Ergebnis 5,6 Milliarden Euro beisteuerte (plus 4,1 Prozent) konnte die Lebens- und Krankenversicherung ihr Ergebnis um satte 14,1 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro steigern.

Das deutlich höhere Ergebnis im Bereich Leben und Kranken führt der Konzern vor allem auf ein höheres Kapitalanlageergebnis. In Zeiten von dauerhaft niedrigen Zinsen überrascht dies. Es könnte damit zusammenhängen, dass der Lebensversicherer der Allianz hier stille Reserven auf Zinspapiere realisiert hat.

Weg von teuren Garantien - Leben und Kranken steuert mehr Gewinn bei

Die Lebensversicherungskunden der Allianz jedenfalls dürften sich bei derlei Nachrichten verwundert die Augen reiben. Hat der Marktführer Allianz Leben ihnen doch für das laufende Jahr die Verzinsung deutlich zusammengestrichen.

Die Umsätze in der Sparte Leben und Kranken sackten auf Jahressicht um 0,6 Prozent auf 66,9 Milliarden Euro ab. Im dem normalerweise bei Versicherern starken Schlussquartal fielen die Beitragseinnahmen um 1,8 Prozent. Hier macht sich offenbar auch der der Paradigmenwechsel in der Lebensversicherung bemerkbar:

Die Allianz wendet sich von den beliebten Garantieprodukten ab und versucht mehr fondsgebundene Produkte und Policen mit begrenzten oder ohne Garantien zu verkaufen. Das drückt die Umsätze, erhöht aber die Marge. Zur Verdeutlichung: Im Neugeschäft hat die Allianz nur einen Garantiezins von 0,8 Prozent versprochen.

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