Montag, 19. August 2019

Riester-Prozess verloren Der Ruf der Allianz steht auf dem Spiel

Vorwurf der Täuschung: Wer seine Riester-Rente verstehen will, muss bei der Allianz Versicherungsbedingungen, Geschäftsberichte und vieles mehr lesen

2. Teil: Allianz sieht sich trotzdem im Recht

Der Mathematiker und die Verbraucherschützer hatten die Allianz Börsen-Chart zeigen mehrfach auf die aus ihrer Sicht unzulässige Bevorzugung liquider Kunden hingewiesen, wie sie erklären. Der Konzern habe sich davon aber unbeeindruckt gezeigt und die Einwände zurückgewiesen.

Auch nach dem Richterspruch weist die Allianz die Vorwürfe der Intransparenz zurück. Die ungleiche Verteilung der Kostenüberschüsse sieht sie ebenfalls im Einklang mit dem Gesetz. Demnach habe die Kostenüberschussbeteiligung "verursacherorientiert" zu erfolgen.

Will sagen: Die Allianz orientiert sich bei den kalkulierten Kosten an der Höhe des Beitrags. Hiervon profitierten Kunden mit niedrigen Beiträgen, da ihre Verträge mit niedrigeren Kosten belastet würden. Kostenüberschüsse entstünden daher auch nur bei jenen Verträgen, in die der Kunde einen überdurchschnittlich hohen Beitrag einzahlt.

Policen mit kleinen Monatsprämien trügen nicht zu den Kostenüberschüssen bei. Insofern sei es "fair und verursachungsgerecht, nur diejenigen Kunden an Kostenüberschüssen zu beteiligen, die auch zu den Überschüssen beigetragen haben", erklärt ein Sprecher auf Anfrage.

Kleinlein als auch Bluhm erwarten, dass der Fall nicht zuletzt wegen der großen Zahl der betroffenen Versicherungsnehmer vor dem Bundesgerichtshof landen wird - wenn denn die Sache vor dem OLG Stuttgart negativ für die Verbraucher ausfallen sollte und das das Gericht die Revision zulässt. Kleinlein geht davon aus, dass auch andere Versicherer entsprechend strittige Klauseln in ihren Versicherungsbedingungen haben.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung