Donnerstag, 19. September 2019

Altersvorsorge Riskanter Kostenvergleich für Riester-Sparer

Auftrag Transparenz: Die Bundesregierung sucht nach Wegen, dem Verbraucher mehr Durchblick bei der Riester- und Rürup-Rente zu verschaffen

4. Teil: Neues Gesetz, neue Lücke

Die Auseinandersetzung um mehr Transparenz in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gärt schon lange, im Grunde seit Einführung der Riester-Rente. Der Streit dürfte mit dem Gesetzentwurf für einheitliche und verbindliche Vertragsinformationen auch noch nicht beendet sein, denn das grundlegende Problem ist damit nicht gelöst.

Bei einer von Anfang an obligatorischen Privatvorsorge hätte der Staat als zentraler Akteur ohne Gewinnerzielungsabsicht kostengünstigste und in hohem Maße transparente Produkte vorschreiben, vielleicht sogar selbst schaffen können. Einmal als freiwillige Lösung installiert, um die unvermeidliche Leistungsrücknahmen bei der gesetzlichen Rente zu kompensieren, lässt sich das Rad in der privaten Altersvorsorge jedoch kaum noch zurückdrehen. So sind es eben Versicherungs- und Bankkonzerne, die die Vorsorgeprodukte immer komplizierter konstruieren und profitorientiert vertreiben lassen.

Der Staat kann die stets neuen Auswüchse dieser Entwicklung nur nachträglich mit Gesetzen zu korrigieren versuchen. So manchen Experten erinnert das ein wenig an das bekannte Hase-Igel-Spiel: "Wird dem Trend zum Abkassieren an einer Stelle ein Riegel vorgeschoben, entdecken die Anbieter an anderer Stelle einen neuen Trick", sagt ein Insider. Das hätten die Reformen der vergangenen Jahre gezeigt.

Wie in der Vergangenheit, räumt der Gesetzgeber der Assekuranz auch diesmal viel Zeit ein: Die neuen Info-Pflichten treten erst 18 Monate nach Verkündung Kraft. Etwas mehr verbindliche Transparenz bei Riester- und Rürup-Produkten ist damit realistischerweise nicht vor Sommer 2014 zu erwarten. Man darf gespannt sein, was sich die Branche bis dahin neues ausgedacht hat.

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