Private Krankenversicherung Privatpatienten flüchten zur GkV

Stark steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung treiben viele Privatversicherte dazu, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu fliehen - obwohl solch ein Wechsel nur in Ausnahmefällen vorgesehen ist. Die Kassen helfen laut einem Magazinbericht dabei, Schlupflöcher zu finden.
Arztvisite:

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Foto: Bernd Weißbrod/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Hamburg - Die Zahl der von einer privaten zu einer gesetzlichen Krankenversicherung gewechselten Kunden ist laut einem Bericht des SPIEGEL seit vergangenem Jahr stark angestiegen. Bei der Techniker Krankenkasse versicherten sich 2011 etwa 68.000 ehemalige Privatpatienten, fast 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Nachrichtenmagazin vorab mitteilte.

Die Barmer GEK habe mit rund 27.600 Versicherten von der privaten Konkurrenz einen Anstieg um 9 Prozent verzeichnet. Auch bei der AOK häuften sich die Anfragen Wechselwilliger.

Dabei hat der Gesetzgeber den Austritt aus der Privatkasse nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Wer arbeitslos wird etwa, darf die PKV verlassen, genauso wie Angestellte, deren Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze von 45.900 Euro rutscht, oder Selbständige, die in eine Festanstellung mit einem ähnlichen Gehaltsniveau wechseln.

Wem es ernst mit dem Wechsel ist, dem helfen manche Kassen dabei, Schlupflöcher zu finden: "Es gibt Tricks, mit denen wir Privatpatienten helfen können", sagt ein Krankenkassenmanager dem SPIEGEL. "Vorausgesetzt, der jeweilige Arbeitgeber macht mit."

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la/jul
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