Sonntag, 8. Dezember 2019

Gesetzliche Krankenversicherung Beiträge bleiben vorerst stabil

Erleichterung: Vorerst keine Extra-Beiträge für gesetzlich Krankenversicherte

Gute Nachrichten für Versicherte: Wegen der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt werden die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge offenbar nicht erhöhen. Die Einnahmen bleiben einer Prognose des Schätzerkreises zufolge stabil - zumindest bis 2012.

Berlin - Die Versicherten gesetzlicher Krankenkassen bleiben in diesem und auch im nächsten Jahr von weiteren Beitragserhöhungen und Zusatzbeiträgen wahrscheinlich verschont. Der Schätzerkreis - zusammengesetzt aus Experten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes und der Krankenkassen - hat am Mittwoch eine Prognose veröffentlicht, wonach die Einnahmen der Krankenkassen in diesem und im kommenden Jahr relativ stabil bleiben.

Demnach ist 2011 mit Beitragseinnahmen in Höhe von 183,4 Milliarden Euro zu rechnen - 1,7 Milliarden Euro mehr als noch im Januar geschätzt. Die Gründe liegen den Experten zufolge bei der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt und bei den Pro-Kopf-Löhnen. Die Zuweisungen an die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds bleiben nach den gesetzlichen Vorgaben unverändert bei 178,9 Milliarden Euro. Die geschätzten Kassenausgaben wurden mit 177,5 Milliarden beziffert.

Der Prognose zufolge bleiben bis zum Jahresende rund 4,4 Milliarden Euro über: Von diesem überschüssigen Geld sollen zwei Milliarden zur Finanzierung der Zusatzbeiträge von Hartz-IV-Empfängern bis 2014 eingesetzt werden. Die weiteren 2,4 Milliarden Euro gehen in einen Reservetopf, der konjunkturelle Schwankungen bei den Beitragseinnahmen ausgleichen soll. Die Liquiditätsreserve garantiert, dass der Gesundheitsfonds jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Krankenkassen nachkommen kann.

Kein Spielraum für Beitragskürzungen

Der hohe Überschuss könnte Forderungen wecken, den Beitragssatz in der Krankenversicherung von derzeit 15,5 Prozent zu senken. Für das kommende Jahr wird jedoch nur eine Mini-Reserve erwartet, die Experten rechnen mit Einnahmen in Höhe von 185,7 Milliarden Euro - bei voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen in einem Umfang von 185,4 Milliarden Euro. "Der geringe Überschuss lässt keinen Spielraum, über eventuelle Beitragssatzkürzungen zu diskutieren", erklärte der Chef des Verbandes der Ersatzkassen, Thomas Ballast.

Immerhin: Auch 2012 könnten die Ausgaben der Krankenkassen durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds im Schnitt vollständig gedeckt werden, heißt es in der Erklärung des Schätzerkreises. Grund für den erwartete Ausgabenanstieg von 4,5 Prozent sei die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln.

Die Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, sagte, dass die ausgeglichene Finanzsituation 2012 in erster Linie auf höheren Beitragseinnahmen basiere. Trotz der positiven Gesamtsicht werde es im kommenden Jahr jedoch weiterhin einzelne Krankenkassen geben, die einen Zusatzbeitrag erheben müssten.

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung