Rechtstipp Keine Navi-Bedienung während der Fahrt

Bedient ein Autofahrer während der Fahrt auf der Autobahn sein Navigationsgerät und verursacht dadurch einen Auffahrunfall, haftet die Versicherung nicht für den Schaden. Der Unfallverursacher muss die Kosten des Unfalls selbst tragen.
Erst halten, dann tippen: Wer während der Fahrt sein Navi bedient, begibt sich in Gefahr

Erst halten, dann tippen: Wer während der Fahrt sein Navi bedient, begibt sich in Gefahr

Foto: Sebastian Widmann/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Potsdam macht der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin aufmerksam. In dem Fall hatte ein Autofahrer nach einem Überholvorgang per Navigationsgerät seinen Standort bestimmen wollen. Dabei fuhr er mit dem gemieteten Auto auf das vor ihm fahrende Fahrzeug auf. Der Schaden belief sich auf 5.175 Euro. Die Mietwagenfirma weigerte sich trotz der vertraglich auf 950 Euro beschränkten Selbstbeteiligung, den Schaden zu übernehmen und klagte.

Mit Erfolg. Die Richter sahen die Benutzung des Navigationsgerätes während der Fahrt als grob fahrlässig an. Grobe Fahrlässigkeit bedeute im Straßenverkehr, dass das Verhalten des Fahrers objektiv grob verkehrswidrig und subjektiv schlechthin unentschuldbar sei.

Grob fahrlässig handele, wer die Fahrbahn nicht mehr im Blick behalte und dadurch einen Unfall verursache. Insbesondere sei das der Fall, wenn die Unaufmerksamkeit des Fahrers durch nicht verkehrsbedingte Tätigkeiten verursacht werde. Das gelte umso mehr bei schwierigen Verkehrsverhältnissen, die die volle Konzentration des Fahrers erforderten.

cr/dapd
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