Auszahlung Versicherer fürchten Schäden in Höhe von 180 Milliarden Dollar

Eine erste Schätzung der Großbank Credit Suisse beziffert die Kosten für die Versicherer durch das Erdbeben und den Tsunami in Japan auf bis zu 180 Milliarden Dollar. Die Unfälle in den Atomkraftwerken dürfte die Konzerne nach Einschätzung der Munich Re kaum betreffen.
Verheerende Schäden: Nach dem Erdbeben riss der Tsunami Häuser, Autos und Schiffe mit sich

Verheerende Schäden: Nach dem Erdbeben riss der Tsunami Häuser, Autos und Schiffe mit sich

Foto: AP/ The Yumiuri Shimbun

Tokio/Boston/München - Die Erdbebenkatastrophe in Japan dürfte nach einer ersten Schätzung der Großbank Credit Suisse einen wirtschaftlichen Schaden zwischen 170 und 180 Milliarden Dollar verursacht haben. Damit würde sich der Schaden auf knapp 40 Prozent dessen belaufen, was das Erdbeben in Kobe im Jahr 1995 angerichtet hatte, schrieb der Chefvolkswirt von Credit Suisse Japan, Hiromichi Shirakawa, am Montag in einem Marktkommentar. In den von dem Beben und der nachfolgenden Flutwelle betroffenen Gebieten gebe es weniger Bürogebäude, Fabriken und Autobahnen als in Kobe.

Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Air Worldwide ging allein für die versicherten Schäden an Gebäuden von einem Betrag von bis zu 35 Milliarden Dollar aus. Darin seien die Folgen des Tsunami noch nicht enthalten, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Air Worldwide mit.

Auch Schäden an der Infrastruktur oder Produktionsausfälle haben die Experten noch nicht eingerechnet. Vorläufig beziffern sie die erwarteten, versicherten Gebäudeschäden auf 15 bis 35 Milliarden Dollar. Die Unsicherheit ist den Angaben zufolge noch groß, weil wichtige Daten zur Ausbreitung der Erdbebenwellen noch nicht bekannt sind.

Die Unfälle in Japans Atomkraftwerken werden die Versicherungsbranche nach Einschätzung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re dagegen weitgehend verschonen. Signifikante Auswirkungen für die private Versicherungswirtschaft würden nicht erwartet, teilte der Dax-Konzern mit.

Die allgemeinen Schäden durch das Erdbeben kann die Munich Re noch nicht einschätzen. Dazu sei die Lage noch zu unklar. Es stehe jedoch fest, dass ausländische Versicherer nur einen sehr kleinen Teil der japanischen Erdbeben-Risiken versichert hätten.

mg/dpa
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