Studie Zahl der Millionäre in China wird sich verdoppeln

Im kommunistisch regierten China steigt die Zahl der Dollar-Millionäre deutlich schneller als im Rest der Welt - und wird sich in wenigen Jahren gar verdoppeln. In Deutschland hingegen gab es 2021 weniger Millionäre, zeigt eine Studie.
Dem Luxus zugeneigt: Die Zahl der Dollar-Millionäre ist in China um rund ein Fünftel gewachsen

Dem Luxus zugeneigt: Die Zahl der Dollar-Millionäre ist in China um rund ein Fünftel gewachsen

Foto: Jorge Silva/ REUTERS

Trotz des von der Regierung in Peking ausgerufenen Kampfes gegen die wachsende Vermögensungleichheit wird sich die Zahl der Millionäre in China einer Studie zufolge bis 2026 verdoppeln. Im vergangenen Jahr habe sie in der Volksrepublik um mehr als eine Million auf insgesamt 6,2 Millionen zugenommen, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Schweizer Bank Credit Suisse hervorgeht. Das entspricht einem Zuwachs von rund 20 Prozent. Bis 2026 soll sie auf 12,2 Millionen steigen. Das Gesamtvermögen der privaten Haushalte in China soll im vergangenen Jahr bei 85,1 Billionen US-Dollar gelegen haben – das wären 15,1 Prozent oder 11,2 Billionen Dollar mehr als 2020.

Pekings Führung hat in den vergangenen Jahren das Bestreben nach "allgemeinem Wohlstand" als Ziel ausgegeben. Ein hartes Durchgreifen gegen Exzesse in Branchen wie Technologie und privater Bildung hat viele Anleger verunsichert. Zudem läuft es in diesem Jahr wirtschaftlich nicht rund, weil wegen der Null-Covid-Strategie immer wieder Millionen-Metropolen wie Shanghai und Shenzhen in den Lockdown geschickt werden. Außerdem kriselt der lange Zeit boomende Immobilienmarkt.

Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland sinkt

Weltweit hat sich die Zahl der Dollar-Millionäre im vergangenen Jahr dank boomender Börsen und steigender Immobilienpreise um knapp 5,2 Millionen auf fast 62,5 Millionen Menschen erhöht, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Die Ökonomen des Geldhauses, die den Global Wealth Report seit 2010 jährlich vorlegen, rechnen damit, dass der Club der Reichen in den kommenden fünf Jahren auf mehr als 87 Millionen wachsen wird.

Ende 2021 lebten die mit Abstand meisten Dollar-Millionäre demnach weiterhin in den USA (fast 24,5 Millionen Menschen – plus 2,49 Millionen zum Vorjahr). Deutschland zählte der Analyse zufolge Ende des Jahres 2021 etwas weniger als 2,7 Millionen Dollar-Millionäre. Das waren nach jüngsten Daten 58.000 weniger als ein Jahr zuvor. Auch das Vermögen der Deutschen sank: Ende 2021 kamen die Menschen in Deutschland in Summe auf ein Vermögen von 17,5 (2020: 18,3) Billionen Dollar (derzeit 17,45 Billionen Euro).

Finanzvermögen wächst schnell und verstärkt die Ungleichheit

Das Vermögen der privaten Haushalte weltweit wuchs Credit Suisse zufolge 2021 um 12,7 Prozent und damit so schnell wie noch nie zuvor, wenn man Wechselkurseinflüsse außer Acht lässt. Das weltweite Vermögen der privaten Haushalte wuchs binnen Jahresfrist um 9,8 Prozent und summierte sich demnach auf 463,6 Billionen Dollar. Das ist vor allem auf einen starken Anstieg des Finanzvermögens zurückzuführen, der die Ungleichheit verschärft hat.

Die USA, China und Kanada waren dem Bericht zufolge die Spitzenreiter bei der Ausweitung des Vermögens. "Es ist wahrscheinlich noch zu früh, um die Auswirkungen der Inflation, der Ukraine-Krise und der Lieferkettenkrise vollständig einzuschätzen", sagte der Präsident der Credit Suisse, Axel Lehmann (63). "Aber wahrscheinlich werden wir im Jahr 2022 eine gewisse Umkehrung der globalen Vermögenszuwächse erleben." Bis 2026 soll das weltweite Vermögen der privaten Haushalte dennoch kräftig zulegen, und zwar um 169 Billionen Dollar.

rei/Reuters/DPA
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