Straffere Geldpolitik US-Notenbank verschärft Kampf gegen Inflation

Wegen der hohen Inflation will die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik künftig schneller straffen als bislang angenommen. Das kommt an der Börse nicht gut an.
Kampf gegen die Inflation: Fed-Chef Jerome Powell strafft die Geldpolitik

Kampf gegen die Inflation: Fed-Chef Jerome Powell strafft die Geldpolitik

Foto: Tom Williams / AP

Die US-Notenbank Fed hat eine zügige Rückführung ihrer Bilanzsumme signalisiert. Man wolle monatlich Anleihen im Wert von bis zu 95 Milliarden US-Dollar auslaufen lassen, ohne neue nachzukaufen, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses FOMC. Eine Entscheidung soll auf der kommenden Sitzung Anfang Mai getroffen werden. Begründet wird diese Straffung der Geldpolitik mit der zuletzt sehr hohen Inflation.

An der Börse kamen die Informationen von der Fed nicht gut an. Die US-Börsen schlossen nach der Veröffentlichung der Zinsprotokolle mit Kurabschlägen. Aus Angst vor schnell steigenden Zinsen im Kampf gegen die Inflation kamen vor allem Technologie-Aktien unter die Räder. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent tiefer auf 34.496 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 2,2 Prozent auf 13.888 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte rund ein Prozent auf 4481 Punkte ein.

Die FOMC-Mitglieder hielten eine Verringerung der Bestände von Staatsanleihen in Höhe von monatlich bis zu 60 Milliarden Dollar und von Hypothekenanleihen in Höhe von bis zu 35 Milliarden Dollar für voraussichtlich angemessen, heißt es im Protokoll. Das Tempo der Verringerung ist damit deutlich höher als in der letzten Straffungsphase in den Jahren 2017 bis 2019. Damals wurde die Summe um maximal 50 Milliarden Dollar im Monat verringert.

Die Bilanzsumme beläuft sich derzeit auf rund neun Billionen Dollar. Das ist etwa das Zehnfache der Summe, die vor der Finanzkrise 2008 üblich war. Wie schon in der Finanzkrise hatte die Fed während der Corona-Pandemie massiv Anleihen gekauft. Damit sollte die schwächelnde Konjunktur gestützt werden.

Die Fed hatte auf der Sitzung am 16. März erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ihren Leitzins angehoben. Der wichtige Zinssatz für die weltgrößte Volkswirtschaft stieg um 0,25 Prozentpunkte und liegt in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die Notenbank stellte angesichts der hohen Inflation weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Auf der letzten Sitzung sprachen sich viele Mitglieder sogar für eine Zinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte aus, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Man entschied sich angesichts des Ukraine-Kriegs allerdings für einen kleinen Zinsschritt. Allerdings gehen viele Mitglieder davon aus, dass auf den künftigen Sitzungen bei einem anhaltend hohen Inflationsdruck auch ein oder mehrere große Zinsschritte notwendig werden könnten.

cr/Reuters