Möglicher Börsengang statt Verkauf an Liberty Steel Thyssenkrupp-Aktie schießt hoch - Gerüchte um Stahlsparte

Liberty Steel will die Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen. Doch das Angebot scheint dem klammen Konzern nicht attraktiv genug: Laut Medienberichten prüft Thyssenkrupp nun auch einen Börsengang der Sparte. Die Aktie legt zu.
Hochofen von ThyssenKrupp: Der Konzern will die defizitäre Stahlsparte loswerden

Hochofen von ThyssenKrupp: Der Konzern will die defizitäre Stahlsparte loswerden

Foto: Oliver Berg/ dpa

Der Stahlkonzern Thyssenkrupp erwägt laut Kreisen einen Börsengang seiner Stahlsparte. Hintergrund sei der wachsende Widerstand gegen einen Verkauf an den Branchenkollegen Liberty Steel, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Demnach hatte der Aufsichtsrat das Management aufgefordert, eine Alternative für den Verkauf zu suchen. Zuvor hätten Gewerkschaftsvertreter und Großaktionäre bezüglich der Veräußerungspläne Bedenken geäußert - trotz des intensiven Werbens von Liberty-Chef Sanjeev Gupta .

Anleger reagierten erfreut: Die Aktie von ThyssenKrupp  setzte sich nach den Nachrichten an die MDax-Spitze und stieg um bis zu 8 Prozent auf 9,95 Euro. Ein Thyssenkrupp-Sprecher sagte lediglich, die Entwicklung der Sparte im eigenen Haus bleibe eine Option. Liberty wollte keinen Kommentar abgeben.

Wasserstoffgroßauftrag aus Kanada

Was Anlegern außerdem gefällt: Thyssenkrupp hat seinen ersten Großauftrag für den Bau von Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff an Land gezogen. Die Konzerntochter Uhde werde in Kanada einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 88 Megawatt installieren, teilte Thyssenkrupp am Montag mit. Auftraggeber sei das staatliche Energieunternehmen Hydro-Québec, einer der größten Wasserkraftversorger in Nordamerika. Zum Investitionsvolumen machte Thyssenkrupp keine Angaben.

Der in der Anlage produzierte Wasserstoff und der dabei entstehende Sauerstoff sollen bei der Herstellung von Biokraftstoff aus Restmüll eingesetzt werden. Der Produktionsstart sei für Ende 2023 geplant. Wasserelektrolyse gilt als eine Schlüsseltechnologie für den klimafreundlichen Umbau von Industrie und Transportsektor. Thyssenkrupp setzt in dieses Geschäftsfeld große Erwartungen.

la/DPA
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