40 Prozent mehr Umsatz Corona-Gewinner Teamviewer übertrifft Jahresziel

Freude beim Großaktionär Permira: Der Softwareanbieter Teamviewer hat seinen Umsatz im Jahr 2020 um 40 Prozent gesteigert. Die Aktie legt zu.
Erfolgreiches Investment: Die Teamviewer-Aktie ist im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen

Erfolgreiches Investment: Die Teamviewer-Aktie ist im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen

Foto: Andreas Arnold / dpa

 Das Softwarehaus Teamviewer hat im vergangenen Jahr seine abgerechneten Umsätze (Billings) deutlich gesteigert. In der Corona-Krise seien die Billings um 40 Prozent auf 456 Millionen Euro geklettert, teilte der schwäbische Anbieter von Fernwartungssoftware am Montag unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit und lag damit leicht über der eigenen Prognose. Werde der erste Firmenzukauf, der Augmented-Reality-Spezialist Ubimax, hinzugezählt, seien es rund 460 Millionen Euro. Das Plus lasse sich auf ein starkes Neugeschäft sowie ein breiteres Produktangebot und mehr Vertragsverlängerungen durch Bestandskunden zurückführen.

Die im MDax notierte Aktie legte am Morgen um rund 2,3 Prozent zu. Im vergangenen Jahr stieg das Papier um knapp 43 Prozent, ihr Rekordhoch erreichte sie im Juli bei knapp 55 Euro.

Im vierten Quartal wuchsen die Billings währungsbereinigt noch um 32 Prozent und damit fast so stark wie im dritten Quartal. "Für 2021 sind wir weiterhin sehr zuversichtlich, unseren Wachstumskurs fortzusetzen", kündigte Finanzchef Stefan Gaiser an. Ende des Jahres zählte Teamviewer 584.000 Kunden, was einem Zuwachs von einem Viertel auf Jahressicht entspricht. Auch die Zahl besonders großer Kunden nahm weiter zu. 

Am 9. Februar will Teamviewer detaillierten Einblick in das Gesamtjahr geben und dann auch Gewinnzahlen veröffentlichen. Bisher gab Teamviewer lediglich bekannt, dass die Marge beim bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) 2020 bei rund 56 Prozent auf Vorjahresniveau lag.

Teamviewer ist einer der Gewinner der Corona-Krise. Das 2005 gegründete Göppinger Unternehmen profitieren von einer hohen Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software. Der Finanzinvestor Permira hatte das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft und im Herbst 2019 an die Börse gebracht. Es war der größte deutschen Tech-Börsengang  seit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. 

Bisher hat sich das Investment für Permira ausgezahlt: Bisher summieren sich die Erlöse aus Aktienverkäufen durch den Börsengang und drei weiteren Anteilsplatzierungen danach auf etwas mehr als 4,8 Milliarden Euro. Zudem ist das knapp 28-prozentige Aktienpaket, das Permira noch hält, derzeit rund 2,5 Milliarden Euro wert. 

Neben dem Investor Permira und den Aktieninvestoren zählen auch Konzernchef Oliver Steil und Finanzvorstand Stefan Gaiser zu den Gewinnern des Börsengangs. Wegen des Erfolgs des Unternehmens am Kapitalmarkt bekamen sie 2019 eine Vergütung von 41 Millionen Euro beziehungsweise 21 Millionen Euro - einen Großteil davon direkt von Permira.

mg/Reuters, dpa-afx
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