Tankrabatt Darum wird Benzin an der Zapfsäule nicht sofort billiger

Bis zu 30 Cent weniger für den Liter Benzin verspricht die befristete Steuersenkung ab 1. Juni. Mancher Autofahrer aber wird enttäuscht sein, denn die Preise werden nicht abrupt fallen. Ob die Mineralölkonzerne den Steuervorteil auch korrekt weitergeben, ist schwer zu kontrollieren.
Komplexe Preisgestaltung: Die Mineralölkonzerne sollen die Steuersenkung an den Zapfsäulen möglichst 1:1 weiterreichen, doch ist das nur schwer zu überprüfen.

Komplexe Preisgestaltung: Die Mineralölkonzerne sollen die Steuersenkung an den Zapfsäulen möglichst 1:1 weiterreichen, doch ist das nur schwer zu überprüfen.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Trotz der ab Mittwoch wirksamen Energiesteuersenkung rechnet das Bundesfinanzministerium nicht mit einer abrupten Preissenkung für Benzin und Diesel an den Tankstellen. Dort seien die Tanks noch gefüllt mit Kraftstoffen, die im Mai zu den alten Steuersätzen geliefert worden seien, hieß es am Montag aus dem Ministerium.

Erst nach und nach würden die Tankstellen ab dem 1. Juni Sprit mit den reduzierten Steuersätzen einkaufen. Mit dem nachgekauften Kraftstoff komme der niedrigere Preis nach und nach auch beim Verbraucher an, hieß es weiter: "Wir haben keinen Augenblick, zu dem der Preis kippt."

Der Bund verzichtet in den kommenden drei Monaten auf etwa drei Milliarden Euro an Steuern, um Benzin und Diesel von Juni bis Ende August günstiger zu machen. In diesem Zeitraum wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß gesenkt. Rein rechnerisch bedeutet dies bei Benzin 29,55 Cent und beim Diesel 14,04 Cent pro Liter weniger. Bei normalem Tankverhalten rechnet das Finanzministerium mit Mindereinnahmen von 3,15 Milliarden Euro.

Preistransparenz an der Zapfsäule schwer zu kontrollieren

Die Mineralölkonzerne sollen die Steuersenkung an den Zapfsäulen weiterreichen. Dies ist aufgrund der verschiedenen Elemente bei der Preisgestaltung an der Zapfsäule schwer überprüfbar. Strengere Vorgaben der Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt sollen die Weitergabe sicherstellen.

Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) schrieb am Montag auf Twitter: "Wir lassen die Menschen nicht allein, die auf das Auto angewiesen sind. Vom hohen Spritpreis sollte der Staat nicht noch profitieren." Dass der "Tankrabatt" bei den Menschen ankomme, das sei nun "Aufgabe von Kartellamt und Co." Die oberste deutsche Wettbewerbsbehörde ist dem Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (52, Grüne) zugeordnet.

rei/Reuters/DPA
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.