Aktie schwankt stark Siemens Energy mit turbulentem Börsendebüt

Start der Siemens-Tochter Siemens Energy am Aktienmarkt. Die Papiere werden im Dax gelistet - allerdings nur für einen Tag. Und der verläuft turbulent.
Windkraftanlagen von Siemens Energy vor der Installation

Windkraftanlagen von Siemens Energy vor der Installation

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Die neue Aktie von Siemens Energy hat zum Beginn des ersten Handelstags stark geschwankt. Das Papier ist am Montag zunächst mit einem Kurs von 22,01 Euro in den Xetra-Handel an der Börse in Frankfurt gestartet - das war deutlich weniger als erwartet und entspricht einem Wert von rund 16 Milliarden Euro für das abgespaltene Energiegeschäft von Siemens . Kurz darauf sackten die Aktien bis auf 19,21 Euro ab, erholten sich aber rasch wieder auf zuletzt 21,60 Euro. Die Siemens-Anteilsscheine fielen wegen des Abschlags auf Siemens Energy um rund 4 Prozent.

Am Freitag war die zuvor bereits länger geplante Abspaltung von Siemens Energy mit einem Eintrag ins Handelsregister vollzogen worden. Jeder Siemens-Aktionär hatte über das Wochenende pro zwei Siemens Aktien eine Energy-Aktie ins Depot bekommen. Auf diese Weise hatte Siemens 55 Prozent von Energy verteilt. 35,1 Prozent bleiben bei Siemens 9,9 Prozent gingen an den Siemens-Pensionsfonds.

Die Papiere von Siemens Energy werden zunächst einen Tag lang als 31. Titel mit einem Preis von null Euro in die Liste des Deutschen Aktienindex Dax  aufgenommen. Nach elektronischem Handelsschluss wird die Aktie des Energieunternehmens wieder aus dem Dax genommen und das Gewicht der Siemens-AG-Aktie entsprechend angepasst. Sitz von Siemens Energy soll künftig in Berlin sein.

Der Münchner Industriekonzern hatte sein Energiegeschäft in das neu gegründete Unternehmen Siemens Energy ausgelagert. 55 Prozent der Anteile sollen an die Siemens-Aktionäre übergehen: Sie sollen für je zwei Siemens-Aktien in ihrem Depot automatisch eine Aktie der Siemens Energy AG erhalten. Ob sie diese halten oder weiterverkaufen wollen, bleibt ihnen überlassen.

Aktionären von Siemens wurden die Papiere automatisch in ihre Depots gebucht. 35,1 Prozent der Anteile bleiben zunächst bei Siemens, weitere 9,9 beim Pensionsfonds des Konzerns.

Siemens trennt sich von seinem milliardenschweren Energiegeschäft mit mehr als 90.000 Mitarbeitern, das die Branche von Windenergieanlagen über Übertragungstechnik bis zu Turbinen für Kohlekraftwerke abdeckt. Der Konzern nennt dafür vor allem zwei Gründe: Zum einen könne sich das Unternehmen so komplett auf seinen Bereich konzentrieren. Zum anderen falle der konzerninterne Wettbewerb um Mittel weg. Dabei hatte der Energiebereich angesichts vergleichsweise geringer Margen oft schlechte Karten.

Manche Fonds müssen Papiere sofort verkaufen

Siemens Energy steht vor großen Herausforderungen, denn der Energiemarkt ist im Wandel. Gerade der Markt mit Produkten für Kohlekraftwerke wird sukzessive wegbrechen. Zudem will Unternehmenschef Christian Bruch (50) das Unternehmen auf mehr Marge trimmen und dafür unter anderem Standorte schließen. In Siemens-Kreisen rechnet man mindestens für zwei bis drei Wochen mit größeren Schwankungen. Langfristig gilt Siemens Energy angesichts seiner Größe aber durchaus als Kandidat für den Dax.

cr/dpa/afp
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