Eingriffe am Devisenmarkt Schweizer Notenbank kämpft weiter gegen Franken-Aufwertung

Die Schweizer Notenbank hat wie erwartet beschlossen, ihren extrem niedrigen Leitzins nicht zu ändern. Um den Franken unter Kontrolle zu halten, will die Bank weiterhin am Devisenmarkt intervenieren.
Schweizerische Nationalbank in Bern

Schweizerische Nationalbank in Bern

Foto: Peter Schneider/ picture alliance / dpa

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tastet in der Corona-Krise ihre Leitzinsen nicht an und führt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Die Währungshüter rechnen nach wie vor mit einer tiefen Rezession in der Schweiz, sind aber nicht mehr ganz so pessimistisch.

Die SNB belässt ihren Leitzins sowie den Zins auf Sichtguthaben bei minus 0,75 Prozent, wie sie am Donnerstag im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte. Die SNB betonte außerdem ihre Absicht, bei Bedarf auch weiterhin "verstärkt" am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern. Die Bank sieht den Franken als "anhaltend hoch" bewertet an.

Mit der expansiven Geldpolitik sei die SNB bestrebt, die negativen Konsequenzen der Pandemie für Konjunktur und Inflation abzufedern, erklärten die Währungshüter.

Das Coronavirus hat laut SNB zu einem historischen Einbruch der Weltwirtschaft geführt. Für die Schweiz rechnet die SNB im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 5 Prozent. Bislang war sie von einem Einbruch von rund 6 Prozent ausgegangen.

Die weniger drastische Prognose sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Rückgang in der ersten Jahreshälfte etwas weniger stark ausgefallen sei als befürchtet. Wie für das Ausland unterliege auch die Prognose für die Schweiz aber großer Unsicherheit, betonten die Währungshüter. 

cr/dpa-afx