Instabile Währung Russland will Rubel eventuell an Goldpreis koppeln

Der Krieg und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben den Rubel in Turbulenzen gebracht. Um gegenzusteuern, erwägt Präsident Putin nun offenbar eine Bindung der Landeswährung an den Goldpreis.
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Edelmetall: Russland erwägt eine Kopplung seiner Währung an den Goldpreis

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Russland prüft nach eigenen Angaben eine Kopplung des Rubel-Kurses an den Goldpreis. Dieser Schritt werde mit Präsident Wladimir Putin diskutiert, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Freitag, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates und enge Putin-Vertraute Nikolai Patruschew signalisierte jüngst, dass ein solches Vorhaben Russland mehr "Souveränität" über sein Finanzsystem geben könnte. Patruschew hatte am Dienstag gesagt, dass Vorschläge zur Bindung des Rubels an Gold und andere Güter ausgearbeitet würden.

Russland produziert jährlich etwa 10 Prozent des weltweit geförderten Goldes und ist ein wichtiger Produzent von Öl, Gas, Metallen und Getreide. Die russische Zentralbank hatte im März erklärt, sie würde bis zum 30. Juni Gold zu einem festen Preis von 5000 Rubel pro Gramm kaufen. Dies werteten einige Beobachter als Versuch, den Rubel an Gold zu koppeln. Doch zwei Wochen später, nachdem der Rubel stark gestiegen war, machte die Zentralbank einen Rückzieher. Sie erklärte, sie würde zu ausgehandelten Preisen kaufen.

"Die wichtigste Voraussetzung für die Gewährleistung der wirtschaftlichen Sicherheit Russlands ist das Vertrauen auf das interne Potenzial des Landes", sagte Patruschew kürzlich der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Auf die Frage, ob diese Ideen der Wirtschaftstheorie widersprechen, sagte Patruschew: "Sie widersprechen nicht den Schlussfolgerungen der Wirtschaftswissenschaft, sondern den Schlussfolgerungen westlicher Wirtschaftslehrbücher."

Viele Währungen waren in der Vergangenheit an Gold oder Silber gekoppelt. Aber die Verbindung wurde gekappt, als die USA 1971 den Umtausch von Dollar in Gold nicht mehr zuließen.

cr/Reuters
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