Russischer Oligarch Steuerparadies Jersey friert sieben Milliarden Dollar von Roman Abramowitsch ein

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch, der auf den Sanktionslisten von EU und Großbritannien steht, muss nicht nur seinen Londoner Fußballclub FC Chelsea verkaufen. Nun friert auch noch die Kanalinsel Jersey einen Teil seines Milliardenvermögens ein.
Läuft nicht so: Oligarch Roman Abramowitsch

Läuft nicht so: Oligarch Roman Abramowitsch

Foto: Anthony Anex / dpa

Die Regierung der Kanalinsel Jersey hat nach eigenen Angaben Vermögen im Wert von sieben Milliarden US-Dollar (6,47 Mrd Euro) des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch eingefroren. Der Royal Court in der Hauptstadt Saint Helier habe eine entsprechende Anordnung erlassen, teilte die örtliche Justizbehörde am Mittwoch mit.

Dies betreffe Werte, die mit dem bisherigen Eigentümer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea in Verbindung stünden und sich entweder auf der Kanalinsel oder im Besitz von in Jersey eingetragenen Unternehmen befänden. Zudem seien mehrere Räumlichkeiten durchsucht worden.

Der Multimilliardär aus Russland gilt als einer der reichsten Einwohner Jerseys. Er war zuvor bereits von der EU und dem Vereinigten Königreich sanktioniert worden. Zuletzt war der 55-Jährige bei den russisch-ukrainischen Friedensverhandlungen in Istanbul zugegen.

Jersey ist kein Teil des Vereinigten Königreichs, sondern untersteht als sogenannter Kronbesitz direkt dem Königshaus. Die Insel entscheidet selbstständig etwa über Justizfragen. London ist lediglich für die Außen- und Verteidigungspolitik verantwortlich.

Einen Käufer für den Traditionsklub FC Chelsea hat Abramowitsch noch immer nicht gefunden. Wegen der Sanktionen gegen Abramowitsch darf der Club derzeit weder neue Spieler verpflichten noch Verträge verlängern. Zudem ereilte den Club am Dienstag Abend noch das Aus in der Champions League, als Chelsea ein zwischenzeitliches 3:0 gegen Real Madrid in Bernabeu-Stadion noch aus der Hand gab.

la/dpa-afx
Mehr lesen über