Corona-Investment Robert Koch-Institut wehrt sich gegen Falschwerbung

Die Crowdfunding-Plattform Zinsbaustein.de hat mit dem Namen der Behörde während der Corona-Krise um Investorengelder für einen Hospizbetreiber geworben – zu Unrecht.
Name missbraucht: Eingang zum Robert-Koch-Institut in Berlin.

Name missbraucht: Eingang zum Robert-Koch-Institut in Berlin.

Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Das Robert Koch-Institut geht gegen Werbung mit seinem Namen auf der Crowdinvesting-Plattform Zinsbaustein.de vor. Dort hatte das Biohospiz Schloss Bernstorf aus Mecklenburg-Vorpommern im Frühling 5,25 Prozent Rendite versprochen und binnen wenigen Wochen 1,2 Millionen Euro bei 450 Privatanlegern für einen Erweiterungsbau eingesammelt.

Zinsbaustein.de warb im April für das Hospizinvestment unter der Überschrift "Geldanlegen in Corona-Zeiten": "Aufgrund der aktuellen Situation und einem akuten Mehrbedarf an Intensivpflegeplätzen in der Region wurde der Entwickler von öffentlicher Hand (u. a. dem Robert Koch-Institut ...) dringend aufgefordert, das Projekt zu beschleunigen, um zeitnah weitere Beatmungsplätze für Patienten zur Verfügung stellen zu können", heißt es dort. Die Pressesprecherin des Robert Koch-Instituts jedoch dementiert gegenüber manager magazin:  "Wir haben eine solche Aufforderung nicht ausgesprochen und den Betreiber zur Unterlassung aufgefordert."

Das Unternehmen Villa Vitalia Biohospiz AG & Co. KG hatte schon vor der Onlinefinanzierungsrunde einen Verschuldungsgrad von rund 162 Prozent, die Verbindlichkeiten sind also weit höher als das Eigenkapital.

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