Indizes Die Kursrallye der Absteiger

Mit jedem Umbau der Indizes rücken die Auf- und Absteiger in den Blickpunkt. Bemerkenswert: Besonders die Absteiger wie MLP und HypoVereinsbank entwickeln sich seit ihrem Index-Rauswurf prächtig.

Frankfurt am Main - Ab Montag, 22. September, wird der Autozulieferer Continental  den Finanzdienstleister MLP  im Dax  ersetzen. Die HypoVereinsbank  muss ihren Platz im EuroStoxx 50 für Iberdrola  räumen. Der britische Versicherer Prudential  macht im Stoxx 50 für die deutsche Softwareschmiede SAP  Platz.

Conti besser als der Dax

Für Continental  hatte es schon viel Vorschusslorbeeren gegeben, so dass der Aktienkurs nach der Entscheidung über die Dax-Aufnahme zunächst viel. Nach Ansicht von Charttechnikern muss die Aktie nun rasch über die Marke von 24,60 Euro steigen, damit der Aufwärtstrend nicht in eine Seitwärts-Konsolidierung mündet. Immerhin haben Conti den DAX seit der Entscheidung am 19. August noch leicht "outperformt", sie stiegen um etwa 5,5 Prozent, während der Dax um rund drei Prozent zulegte.

HypoVereinsbank deutlich fester

Deutliche Kursgewinne hat dagegen der Euro-Stoxx-Absteiger HypoVereinsbank  verbucht: Die Aktien hatten genau am Ranglisten-Tag am 29. August ein signifikantes Tief bei 14,26 Euro markiert. Seitdem hat der Kurs etwa 25 Prozent gewonnen, bei einem Plus des Euro-Stoxx von etwa fünf Prozent. Die Index-Entnahme gilt hier als "Befreiungsschlag", die seit April gültigen Themen wie Beteiligungsverkäufe oder "Spin-Off" der "Real-Estate-Tochter" waren von der Spekulation um die Index-Entnahme nur bis zum Zeitpunkt der Gewissheit darüber in den Hintergrund gedrängt worden.

MLP wie befreit

Ähnlich liegt der Fall bei dem Finanzdienstleister MLP , die seit dem 19.August bis Mittwochmittag sogar knapp 35 Prozent gewonnnen haben. Marktteilnehmer meinen, viele Fonds hätten den Titel schon in den Monaten zuvor aus dem Depot geworfen, sie müssten nicht alle 30 Titel im Portfolio haben, sondern könnten auf Leichtgewichte verzichten.

Nun sei der Titel als MDAX-Schwergewicht aber für MDAX-orientierte Fonds interessant, auch daraus erkläre sich die außergewöhnlich gute Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Sollten die Marktteilnehmer richtig liegen, dürfte auch der Vollzug des DAX-Abstiegs den Kurs somit kaum noch drücken.

Zum MDax-Aufsteiger Comdirect  heißt es, der Aktie sei eine "Outperformance" im MDax  zuzutrauen. Andererseits sei der Kurs bereits Ende Juli aus dem April-Aufwärtstrend zur Seite herausgelaufen, nun müsse der Markt sehen, ob die Aktie die Kraft habe, einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren.

Im TecDax  waren Freenet  bereits vor der Aufnahme-Ankündigung extrem stark gestiegen, die Kür als Aufsteiger hatte den Trend noch einmal beschleunigt. Seit dem Hoch vom 25. August zeigt der Kurs aber Ermüdungserscheinungen.

Herbert Rude, vwd

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.