Rentenversicherung Neues Unheil droht

Der Beitragssatz könnte nach Angaben von BfA-Chef Herbert Rische 2004 erneut steigen.

Berlin - Der Rentenbeiträge könnten nach Ansicht des Präsidenten der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Herbert Rische, schon in absehbarer Zeit weiter steigen. Wie Rische dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitagausgabe) sagte, befürchte er, dass die Einnahmen der Rentenversicherungsträger wie schon im November nun auch im Dezember hinter den Kalkulationen zurückgeblieben sein könnten.

"Viele Firmen zahlen kein Weihnachtsgeld mehr, das heißt, uns fehlen Rentenbeiträge", sagte Rische. Zwar gehe er davon aus, dass die Rentenversicherung im kommenden Jahr mit einem Beitragssatz von 19,5 Prozent über die Runden kommen werde, dabei dürfe sich die Konjunktur jedoch nicht schlechter entwickeln als angenommen. "Aber ich fürchte, im kommenden Jahr werden wir wieder vor der Frage stehen, ob wir den Beitragssatz für 2004 erhöhen", sagte Rische.

Der BfA-Präsident übte zugleich heftige Kritik an der Politik. Jeden Tag gebe es neue Vorschläge, wie das Rentensystem umgebaut werden solle. "Jeder, der eine Oma hat, hält sich für einen Rentenexperten", kritisierte Rische.

Der Bundestag hatte vor wenigen Tagen beschlossen, den Beitragssatz zur Rentenversicherung 2003 auf 19,5 von derzeit 19,1 Prozent anzuheben. Zudem stieg die Beitragsbemessungsgrenze für die alten Bundesländer auf 5100 von 4500 Euro und für die neuen Bundesländer auf 4250 Euro von 3750 Euro.

Steigende Beitragssätze ziehen üblicherweise höhere Lohnnebenkosten nach sich, wodurch sich der Faktor Arbeit weiter verteuert. Arbeitsmarktexperten hatten wiederholt darauf verwiesen, dass die Lohnnebenkosten sinken müssen, um in Deutschland neue wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.

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