Vorsorge Run auf Riester

Deutschlands größter Lebensversicherer rechnet fürs letzte Quartal mit einem Run auf Riesterprodukte.

Stuttgart - Die Allianz Leben rechnet nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr damit, dass die Zahl der Vertragsabschlüsse für die staatlich geförderte private Zusatzrente im letzten Quartal des Jahres steigen wird. Bislang habe das Unternehmen rund 500.000 Riester-Verträge abgeschlossen: Damit könne man noch nicht zufrieden sein, sagte Vorstandschef Gerhard Rupprecht.

Viele Sparer würden bis zum Jahresende noch die staatliche Förderung für das Jahr 2002 mitnehmen, so die Hoffnung der Allianz. Das Ziel, bereits im ersten Jahr der staatlich geförderten Altersvorsorge 1,3 Millionen Riester-Verträge abzuschließen, sei allerdings nicht mehr zu erreichen. Das Geschäft sei aber nicht verloren, sondern werde sich verschieben, sagte Rupprecht.

"System vereinfachen"

Grund für die Zurückhaltung der Kunden seien neben den schwachen Kapitalmärkten auch die komplizierten Regelungen. Rupprecht forderte die Bundesregierung auf, das unübersichtliche Zulageverfahren bei der Rentenform zu vereinfachen.

Weiterhin seien "weitere Anreize" notwendig, falls bis Ende 2003 nicht mindestens die Hälfte der rund 30 Millionen Förderberechtigen eine Riester-Rente abgeschlossen haben. Bislang haben bundesweit bei allen Konzernen nur 2,3 Millionen Kunden einen Riester-Vertrag unterschrieben.

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