Betriebsrente Das Stiefkind aufpäppeln

Die Rente vom Chef ist seit Anfang dieses Jahres ein verbrieftes Recht für alle.

Stuttgart - Seit Januar können Arbeitnehmer ruhig fragen: Hey Boss, wie steht's mit 'ner Betriebsrente? Seit Jahreswechsel haben die Beschäftigten nämlich ein verbrieftes Recht auf Gehaltsumwandlung. Sie können damit selbst entscheiden, ob sie einen Teil ihres Einkommens über die Firma für den Ruhestand zurücklegen statt ihn ausgezahlt zu bekommen - ob der Chef nun zustimmt oder nicht.

Das Extra-Zubrot über den Betrieb wird steuerlich gefördert, ist kostengünstig und verspricht eine gute Rendite. Bislang kamen vor allem die Beschäftigten in Großunternehmen in den Genuss der Vorteile von betrieblichen Pensionskassen. Weil dies eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers war, gingen die Mitarbeiter kleiner Unternehmen meist leer aus.

Nun will der Staat das "Stiefkind Betriebsrente" aufpäppeln. Die Regeln sind geändert. Die Finanzierung liegt jetzt in der Hand der Beschäftigten. Profitieren können daher alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung, also auch Millionen Mitarbeiter mittlerer und kleiner Firmen.

Mehrere kleine Betriebsrenten einsammeln

Gehaltsumwandlung kann sich für den Arbeitnehmer richtig auszahlen. Bis zu 2160 Euro seines Bruttoeinkommens kann er pro Jahr abzwacken und direkt im kollektiven Sparvertrag mit Sonderkonditionen arbeiten lassen, den entweder der Chef, die Branchen- oder Gewerkschaftsvertreter vorher ausgehandelt haben. Bis zu 50 Prozent der Verwaltungskosten könnten bei solchen Gruppenverträgen im Vergleich zu privaten Einzelverträgen eingespart werden.

Wer betrieblich fürs Alter spart, muss keine Angst mehr haben, dass Rentenansprüche verfallen, wenn die Firma gewechselt wird. Kann der Anspruch nicht in den neuen Job mitgenommen werden, bleibt er im alten bestehen. So kann es durchaus sein, dass so mancher frisch gebackene Rentner mehrere kleine Betriebsrenten einsammeln muss.

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