Rentenfonds Ein Stück vom Riester-Kuchen

Der deutsche Rentenmarkt weckt Begehrlichkeiten. Ausländische Banken greifen an.

London - Die Bemühungen der ausländischen Banken, Platzhirschen wie Allianz, Deutscher Bank oder HypoVereinsbank einen Teil der Altersvorsorge-Gelder abzuluchsen, sind bislang kaum von Erfolg gekrönt. Die US-Banker von Merrill Lynch, die in den USA fast 120 Milliarden Dollar in Rentenfonds verwalten, haben in Deutschland bislang erst rund 500 Millionen Euro eingesammelt.

Auch die Schweizer UBS, weltgrößter Vermögensverwalter, wünscht sich eine bessere Bilanz. Nach zwölf Jahren hat die Bank einen Anlagebestand von rund 800 Millionen Euro in Deutschland vorzuweisen.

Mit der Riester-Reform wittert die ausländische Konkurrenz Morgenluft. Die Umstellung vom reinen Umlagesystem auf eine zumindest teilweise kapitalgedeckte Altersvorsorge werde mehr Kunden anziehen, so die Hoffnung. Die staatlichen Zuschüsse für riesterfähige Fonds werde das in Deutschland verwaltete Altersvorsorge-Vermögen deutlich ansteigen lassen.

Verluste auf breiter Front

Den Vergleich mit der Heimmannschaft brauchen die ausländischen Geldverwalter nicht zu fürchten. Nach Angaben von Standard & Poor´s mussten Anleger, die in Fonds der Deutschen Bank investierten, Verluste von durchschnittlich rund 17 Prozent hinnehmen. Bei Allianz waren es zwischen 10 und 14 Prozent. UBS bringt es auf ein Minus zwischen elf und 16 Prozent, während Merrill-Lynch mit seinen auf Deutschland spezialisierten Fonds rund 12 Prozent verlor.

Neben UBS und den US-Vermögensverwaltern will auch das schottische Bankhaus Baillie Gifford stärker am deutschen Markt aktiv werden. "Wir haben es hier sehr schwer, aber wir geben nicht auf", sagte Chef-Stratege Richard Burns der Agentur Bloomberg. In der kommenden Woche will er einen Altersvorsorge-Kontrakt im Wert von rund 100 Millionen Euro an Land ziehen.

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