Mit 50 aussteigen - Fall 3 Der Privatier

Das Profil:

Geschäftsführer eines großen Konzernunternehmens Anfang 50. Verheiratet, beide Töchter studieren. Jahreseinkommen rund 630.000 Mark.

Vermögen: Hohes Einkommen, hohe Steuerlast. Das Vermögen besteht vorwiegend aus Mietwohnungen und Steuersparfonds.

Ziele: Mit Mitte 50, wenn die Kinder ihr Diplom haben, will er sich zur Ruhe setzen.


Lösung: Ordnung schaffen


Die Analyse
Steuern vermeiden um jeden Preis – das war bislang das Motto. Von 1985 bis 1990 kaufte sich der Geschäftsführer vier Eigentumswohnungen in Düsseldorf. Investitionssumme: 1,75 Millionen Mark. Getilgt werden sollten die Kredite vor allem über Lebensversicherungen.

Die Mietwohnungen sind heute circa 2,1 Millionen Mark wert. Seit dem Kauf hat sich der Nettoertrag drastisch reduziert. Mietsteigerungen lassen sich nicht durchsetzen. Den Eigentumswohnungen folgten seit 1990 Anteile an Berliner Bürotürmen und einem Einkaufszentrum auf der grünen Wiese vor Leipzig. Kosten: etwa 1,4 Millionen Mark, heutiger Wert: rund 970.000 Mark. Später kamen noch Schiffsbeteiligungen und Leasingfonds im Wert von 1,4 Millionen Mark hinzu. Die sind heute gerade mal 700.000 Mark wert. Auch hier bleiben die Renditen minimal, auf Wertsteigerungen kann er nicht hoffen.

Das Fazit: Das Vermögen besteht – sein Eigenheim eingerechnet – zu 73 Prozent aus Wohnhäusern und Gewerbebauten. Von rund 5,7 Millionen Mark gehören rund 2,65 Millionen der Bank. Das Kapital wirft magere 1,3 Prozent ab. Immobilienfonds und Beteiligungen an Schiffen und Flugzeugen binden 91 Prozent seines Vermögens langfristig. Der finanzielle Handlungsspielraum ist extrem eingeschränkt. Wenn alles bleibt, wie es ist, kann der Manager vor 63 kaum an einen Ausstieg denken.

Die Strategie
Die Kredite muß er so schnell wie möglich zurückfahren, die Rendite seiner Kapitalanlagen steigern, zwei seiner Düsseldorfer Immobilien verkaufen.

Die ertragsschwachen Mietwohnungen tauscht er gegen renditestarke holländische und amerikanische Immobilienfonds, die ihm hohe steuerbegünstigte Ausschüttungen sichern. Damit fährt er gleichzeitig sein Risiko herunter, da er seine Investitionen auf mehrere Märkte verteilt.

Den Aktienanteil seines Depots stockt er auf bis zu 50 Prozent auf. Zusätzlich schließt er eine private Rentenversicherung ohne Kapitalwahlrecht ab, die er in den nächsten vier Jahren komplett einzahlt. Ein Teil des Geldes kommt aus dem Verkauf der Schiffs- und Leasingfonds.

Die Lebensversicherungen, die er zur Finanzierung seiner Immobilien abgeschlossen hatte, werden nach und nach beitragsfrei. Die Versicherungssummen sorgen für die komplette Entschuldung.

Das Ergebnis
Mit 56 kommt der Manager auf ein Nettovermögen von 4,4 Millionen Mark. Das bringt eine monatliche Rente von 11.000 Mark netto, ohne daß er sein Kapital angreifen muss.

Weiter zu: Tipps zum Financial Planning
Zurück zum Überblick: Die Edel-Aussteiger

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.