Bezahldienstleister Paypal prüft Einstieg in Aktienhandel

Paypal-Chef Schulman baut das Geschäftsmodell aus. Nach den USA startete der Handel mit Kryptowährungen kürzlich auch in Europa. Nun will der Bezahldienstleister seinen Kunden offenbar auch den Handel mit Aktien anbieten.
Zahlen, handeln, spekulieren: Paypal-Chef Dan Schulman

Zahlen, handeln, spekulieren: Paypal-Chef Dan Schulman

Foto: Lucas Jackson / REUTERS

Der Online-Bezahldienst Paypal weitet sein Geschäftsmodell aus. Im Oktober 2020 startete das Unternehmen den Handel mit Kryptowährungen in den USA. Seit Mitte August ermöglicht Paypal den Kauf, Verkauf und Besitz von Kryptowährungen auch Kunden in Europa - beginnend in Großbritannien. Doch Vorstandschef Dan Schulman (63) denkt weiter und will nun offenbar auch vom Aktienboom an den Börsen profitieren.

Nach einem Bericht von "CNBC"  plant das Unternehmen, seinen US-Kunden auch den Handel mit Aktien zu ermöglichen. Darauf deute hin, dass Paypal den Brokerage-Veteranen Rich Hagen eingestellt hat. Hagen hatte im Jahr 2005 den US-Onlinebroker Tradeking gegründet, der später von Ally Invest übernommen wurde. Hagen leitet laut seinem LinkedIn-Profil  nun als "CEO Invest at Paypal" eine bislang nicht bekannte Abteilung des Bezahldienstes.

Im Februar dieses Jahres hatte Konzern-Chef Schulman erstmals seine langfristigen Pläne für Paypal skizziert und dass er weitere Finanzdienstleistungen aufzubauen gedenkt. Der Plan, das Geschäft mit einem Angebot zum Wertpapierhandel zu erweitern, erscheint logisch: Der Boom an den Aktienmärkten zieht immer neue Privatanleger an. Zehn Millionen neue Anleger sind nach Schätzung von JMP Securities allein im ersten Halbjahr in den USA dazugekommen.

Und das Geschäft scheint sich zu lohnen: Auch Paypal-Wettbewerber Square bietet den Handel mit Aktien und Kryptowährungen über seine App an. Der Neobroker Robinhood, der Ende Juli an die Börse gegangen ist, hat seine Kundenzahl rasant auf 22,5 Millionen gesteigert und den Umsatz im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Sollte Paypal seine Pläne tatsächlich umsetzen, dürfte der Online-Bezahldienst wohl mit einem Broker kooperieren, auch die Übernahme eines Brokers sei möglich. Dem Bericht zufolge führe Paypal bereits Gespräche mit potenziellen Partnern. Dass der US-Finanzdienstleister sein Aktienhandelsangebot noch im laufenden Jahr startet, gilt laut "CNBC" aber eher als unwahrscheinlich.

Aktien  von Paypal beendeten den Handel an der Wall Street am Montag mit 3,6 Prozent im Plus und kratzten mit rund 300 Dollar im Handelsverlauf am Rekordhoch.

rei
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