Höchste Boni seit 2006 Geldregen an der Wall Street

Florierende Finanzgeschäfte ließen die Bonuszahlungen an der Wall Street zuletzt in die Höhe schießen. Darüber freut sich auch die Stadt New York, der ordentliche Steuereinnahmen ins Haus stehen. Im kommenden Jahr dürften die Zahlen allerdings wieder sinken.
Banker an der Wall Street: Die Bonuszahlungen sind stark gestiegen

Banker an der Wall Street: Die Bonuszahlungen sind stark gestiegen

Foto: ERIC THAYER / REUTERS

Die Boni an der Wall Street sind auf das höchste Niveau seit 2006 geklettert. Rekordzahlen bei Deals und Handelsaktivitäten der großen Banken sowie der Höhenflug an den Börsen stehen hinter dem Geldregen. Im Schnitt lag die Auszahlung für die Beschäftigten der Finanzindustrie in New York für 2021 bei 257.500 US-Dollar, wie der New York State Comptroller am Mittwoch mitteilte. "Die Zahlen stechen heraus und sind höher als erwartet", sagte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli (68). Das seien willkommene Neuigkeiten.

Dem Bericht zufolge steuerte die Wall Street rund 18 Prozent aller in New York für 2021 eingenommenen Steuern bei. Dies werde New York City dabei helfen, die Erwartungen an die Einkommensteuereinnahmen zu übertreffen. Für 2022 rechnen Experten allerdings damit, dass eine Reihe von Faktoren wie etwa die hochschießende Inflation und die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriges die Entwicklung der Boni bremsen wird. Schätzungen der Stadt und des Bundesstaates New York gehen derzeit davon aus, dass die leistungsorientierten Vergütungspakete für Beschäftigte in der New Yorker Finanzbranche 2022 im Schnitt um 16 Prozent schrumpfen werden.

Im vergangenen Jahr kletterte dem Bericht zufolge der gesamte Bonustopf um 21 Prozent auf 45 Milliarden US-Dollar verglichen mit 37,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Die Finanzbranche steht für ein Fünftel der Löhne in der Privatwirtschaft in New York City, obgleich sie nur für 5 Prozent der Beschäftigung im Privatsektor aufkommt. Die Zahl der Arbeitsplätze bei den Wall-Street-Firmen lag 2021 bei rund 180.000 – ein leichter Rückgang von etwa 600.

cr/Reuters