Neuer Druck auf EZB Euro-Inflation zieht überraschend weiter an

Unmittelbar vor der ersten Sitzung der EZB im neuen Jahr steigt der Druck auf die Zentralbank mit Präsidentin Christine Lagarde: Die Inflation in der Euro-Zone ist gegen die Erwartung von Experten erneut gestiegen.
Unter Druck: Wann wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf die hohe Inflation stärker reagieren?

Unter Druck: Wann wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf die hohe Inflation stärker reagieren?

Foto: JOHN THYS / AFP

Die Inflation im Euro-Raum ist zu Jahresbeginn überraschend weiter gestiegen. Dienstleistungen und Waren kosteten im Januar durchschnittlich 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 4,4 nach 5,0 Prozent im Dezember gerechnet. Damit entfernt sich die Inflation noch weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Rate von 2,0 Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft anpeilt.

Für die EZB, die am Donnerstag wieder den geldpolitischen Kurs absteckt, dürfte dies eine negative Überraschung sein. Nach dem vom EZB-Stab entworfenen Szenario wird sich die Inflation 2022 stabilisieren und es schrittweise zu einem Rückgang der Teuerungsrate kommen.

Haupttreiber der Inflation sind die stark gestiegenen Preise für Energie. Dafür mussten Konsumenten im Januar 28,6 Prozent mehr bezahlen als vor Jahresfrist. Im Dezember lag das Plus bei 25,9 Prozent. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im Januar nur um 2,6 Prozent zugelegt. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 5,2 Prozent und damit ebenfalls stärker als im Dezember - mit damals plus 4,7 Prozent.

cr/Reuters