Abgang Ende 2020 Metro-Aufsichtsrat stimmt Kochs Vertragsauflösung zu

Am Freitag hatte Metro-Chef Olaf Koch den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen Vertrag vorzeitig beenden will. Nun hat das Kontrollgremium seinem Wunsch zugestimmt.
Abgang zum Jahresende: Olaf Koch verlässt die Metro

Abgang zum Jahresende: Olaf Koch verlässt die Metro

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Handelskonzerns Metro, Olaf Koch (50), kann sein Amt wie gewünscht zum Jahresende aufgeben. Der Aufsichtsrat habe der einvernehmlichen Aufhebung des Vertrages zum 31. Dezember 2020 zugestimmt, teilte das Unternehmen am Sonntag in Düsseldorf mit. Am Freitag war der Wunsch Kochs bekannt geworden.

Der Aufsichtsrat danke dem Manager für seine "großen Verdienste" und habe ein geordnetes Verfahren zur Auswahl einer neuen Unternehmensspitze beschlossen, hieß es weiter. Dieses werde am Montag gestartet. Der Vertrag Kochs lief ursprünglich bis Ende Februar 2022. Eine Begründung für das vorzeitige Ausscheiden enthielt die Mitteilung wie bereits die vom Freitag nicht.

Wie manager magazin aus Kochs Umfeld erfuhr, hatte sich der Manager aus freien Stücken zu seinem Abgang entschlossen. Von keiner Seite sei Druck auf Koch ausgeübt worden, hieß es. Klar ist aber auch, dass der tschechische Milliardär und Metro-Großaktionär Daniel Křetínský (45) dem Metro-Management kritisch gegenübersteht. Kretinsky war 2018 bei Metro eingestiegen und hatte seinen Anteil auf inzwischen rund 30 Prozent nach und nach erhöht. Über seine EP Global Commerce (EPGC) machte Křetínský im vergangenen Jahr ein Übernahmeangebot für den Handelskonzern, das allerdings von den anderen Großaktionären zurückgewiesen wurde.

Kretinsky hatte nach dem gescheiterten Übernahmeversuch erklärt, er sehe nun den Vorstand um Koch am Zug, den Aktienpreis der Metro in die Höhe zu schrauben. Dazu erwarte er zahlreiche Initiativen des Vorstands. Koch sagte allerdings, sein Rückzug habe "nichts mit EPGC zu tun". "Es gab weder Druck noch Signale von ihrer Seite. Die Zusammenarbeit war professionell, es gab keine Friktionen in den vergangenen Monaten", betonte der scheidende Metro-Chef.

Großaktionäre zeigen Verständnis für Kochs Entscheidung

Auch private Gründe könnten bei Kochs Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Nach Informationen von manager magazin ist er am Metro-Sitz in Düsseldorf nie heimisch geworden. Stattdessen pendelte er während seiner Amtszeit regelmäßig zwischen dem Arbeitsplatz und seinem Wohnsitz im Raum Stuttgart.

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Koch ist seit 2012 der Chef des MDax-Konzerns. Er hat Metro nach und nach zum reinen Großhändler umgebaut. Unter anderem hatte er den Warenhausriesen Kaufhof verkauft, die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn unter der Holding Ceconomy abgespalten. Zuletzt hatte sich Metro von der Supermarktkette Real getrennt und das China-Geschäft verkauft. Die Corona-Krise setzt das Unternehmen allerdings unter Druck, wie an der Entwicklung des Aktienkurses seit Anfang des Jahres abzulesen ist.

Die Metro-Großaktionäre Beisheim und Meridian zeigen einem Sprecher zufolge Verständnis für die Entscheidung von Koch. Er habe die Ziele, die die Aktionäre hatten - den Düsseldorfer Konzern auf das Geschäft rund um den Großhandel auszurichten - erreicht, sagte er am Sonntag. Koch habe Metro "auf Kurs gebracht". Dafür seien sie dem Manager dankbar. Die Holding EPGC des tschechischen Milliardärs Křetínský, wollte die Entscheidung Kochs nicht kommentieren.

mg/dpa-afx/Reuters
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