Börse Dax und Dow stürzen ab - Banken taumeln

Sorgen um die Zahlungskraft Portugals und Griechenlands haben die Weltbörsen unter Druck gesetzt. Nach einer Abstufung durch S&P für die beiden Länder setzte eine Verkaufswelle ein. Der Dow Jones baut bis Handelsschluss seine Verluste aus: Händler ziehen bereits Parallelen zwischen Griechenland und Lehman.

New York / Frankfurt am Main - Der Dax  gab um 2,73 Prozent auf 6159,51 Punkte nach. Der MDax verlor 3,46 Prozent auf 8343,06 Punkte. Der TecDax fiel um 2,81 Prozent auf 821,14 Punkte. An der New Yorker Börse fiel der Dow Jones  bis Xetra-Schluss in Deutschland um 1,2 Prozent.

Händler verwiesen darauf, dass die griechische Schuldenkrise mittlerweile dem Lehman-Desaster von 2008 ähnele. So wie nach dem Fall von Lehman ein Unternehmen nach dem anderen nach unten gezogen worden sei, springe nun die Krise von Griechenland auf Portugal über, sagte ein Börsianer.

Dow fällt unter 11.000 Zähler

Der Dow Jones durchbrach die Grenze von 11.000 Zählern und notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 10.991,99 Punkten. An der Nasdaq verlor der Composite-Index 2,04 Prozent auf 2.471 Punkte.

Griechenland auf "Junk"-Status

Als Belastungsfaktor verwies Händler Udo Becker von der Münchener Privatbank Merck Finck auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals und Griechenlands durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Nach der erneuten Herabsetzung der Kreditwürdigkeit haben griechische Anleihen nur noch "Junk"-Status.

Aktien der Deutschen Bank  verloren nach Vorlage von Quartalszahlen 4,99 Prozent auf 52,59 Euro. Händler begründeten die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen: "Der Markt hat in den letzten beiden Tagen einiges eingepreist, nachdem US-Banken in der letzten Woche überzeugende Zahlen präsentiert hatten." Andere machten auch das Ausbleiben eines konkreten Ausblicks sowie anhaltende Sorgen um Griechenland für den Rücksetzer verantwortlich.

Bankentitel im freien Fall - Deutsche Bank sehr schwach

Postbank und Deutsche Bank verlieren jeweils 5 Prozent

Äußerungen von Finanzchef Stefan Krause auf der anschließenden Pressekonferenz wirkten sich auch bei den Aktien der Postbank  aus. Die Haltung zu einer Komplettübernahme habe sich nicht geändert, meinte Krause.

Händler sahen damit die Fantasie schwinden, dass es zeitnah zu solch einem Schritt kommen könnte. Die Postbank-Papiere gaben daraufhin um 5,12 Prozent auf 25,87 Euro nach. Papiere der Commerzbank notierten ebenfalls mit Abschlägen.

Daimler trotz Anhebung der Prognose schwach

Daimler  reagierten mit einer Berg- und Talfahrt auf die Vorlage endgültiger Zahlen und eine Anhebung der Prognose. Nach einem Anstieg auf 39,90 Euro gaben sie am Ende deutlich um 3,90 Prozent auf 37,93 Euro nach. Wie bei der Deutschen Bank führten Händler die Kursreaktion darauf zurück, dass Autoaktien zuletzt gut gelaufen seien. Aktien von Volkswagen und BMW zeigten sich ebenfalls schwach.

Ähnlich erging es den Papieren des Lkw-Bauers MAN, die mit einem Minus von 4,31 Prozent auf 69,28 Euro zu den größten Verlierern im Dax zählten.

Europäische Aktien tauchen ab

Der EuroStoxx 50 schloss 3,67 Prozent tiefer bei 2838,78 Punkten In Paris und London gaben die Indizes ebenfalls nach. Auch die wichtigsten US-Indizes präsentierten sich zum europäischen Börsenschluss im Minus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,68 (Montag: 2,69) Prozent.

Der Rentenindex Rex kletterte um 0,04 Prozent auf 125,02 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,84 Prozent auf 125,01 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3290 (1,3321) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7524 (0,7507) Euro.

manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen

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