Börse Dax legt deutlich zu, Dow folgt mit Abstand

Positive Konjunkturdaten aus den USA haben dem Dax am Freitag Auftrieb gegeben, gebremst wurde die Kursentwicklung dagegen durch den derzeit vergleichsweise schwachen Euro. Unter Druck standen dagegen vor allem Finanztitel und Stahlwerte. Kaum anders ist auch das Bild an der Weltleitbörse in New York.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat die Handelswoche mit Kursgewinnen beendet. Der Leitindex legte am Freitag 0,8 Prozent auf 5756 Punkte zu. Der MDax  gewann 1,0 Prozent auf 7301 Zähler. Der TecDax  verlor dagegen 0,5 Prozent auf 811 Punkte.

Händler begründeten die Erholung mit verbesserten US-Konjunkturdaten; die Konsumentenbefragung der Universität Michigan hatte eine etwas optimistischere Zukunftserwartung der US-Verbraucher signalisiert. Auch der US-Einzelhandelsumsatz für den Monat November lag über den Erwartungen. Insgesamt war der Handel von dünnen Umsätzen geprägt.

Uneinheitlich ist auch die Wall Street am Freitag in den Handel gegangen. Bis 18.45 Uhr gewann der Dow-Jones-Index  leicht 0,2 Prozent auf 10 425 Punkte. Der technologielastigere Nasdaq-Composite  büßte dagegen 0,4 Prozent auf 2182 Zähler ein. Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann verwies auf die sich verstärkende Sorge, dass die US-Notenbank angesichts der Konjunkturdaten die Leitzinswende in den USA früher als bislang erwartet einleiten wird.

Der Euro  wurde am Abend deutlich leichter zu 1,4603 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,4757 Dollar festgestellt. Während der Dollar nach günstigeren Konjunkturdaten in der Vergangenheit häufig zur Schwäche neigte, scheint sich das Bild langsam zu wandeln, wie Experten meinten.

Im Dax verteuerten sich Linde-Aktien  um 3,9 Prozent auf 85,60 Euro. Die Papiere profitieren einem Analysten zufolge davon, dass das Unternehmen stark in Schwellenländern engagiert sei und sich das Geschäft in einigen asiatischen Regionen auf das hohe Niveau vor der Krise erhole. Henkel-Titel  stiegen um 3,0 Prozent auf 36,37 Euro, Bayer-Papiere  um 1,9 Prozent auf 54,43 Euro.

Unter Druck standen dagegen vor allem Finanztitel und Stahlwerte. Commerzbank-Anteilsscheine  verloren 1,2 Prozent auf 5,94 Euro. Deutsche-Bank-Papiere  gaben 0,9 Prozent auf 47,76 Euro nach. Auch ThyssenKrupp-  und Salzgitter-Anteilsscheine  notierten leichter.

Der deutsche Rentenmarkt hat am Freitag seine Talfahrt nach unerwartet robusten US-Konjunkturdaten etwas beschleunigt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am Abend um 0,37 Prozent auf 122,66 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,216 Prozent.

Die Ölpreise sind am Freitag nach anfänglichen Gewinnen wieder unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im Januar kostete am Abend 69,96 US-Dollar. Das sind 58 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Zwischenzeitlich war der US-Ölpreis bis auf 71,20 Dollar gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Januar kostete zuletzt 71,51 Dollar und damit 35 Cent weniger als am Vortag.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa-afx und reuters

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