Marktschluss Dax trotzt dem Dubai-Schock

Der deutsche Aktienmarkt schließt trotz der Sorgen um die Finanzlage Dubais mit einem Plus von 1,3 Prozent und macht damit einen Teil seiner Vortagsverluste wett. Ähnlich sieht es in ganz Europa aus. Dazu trägt die moderate Reaktion an den US-Börsen bei.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss vom Schrecken über die Zahlungsprobleme des Emirats Dubai erholt. Der Dax  beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 5685 Zähler und machte damit gegenüber seinem Tagestief rund 170 Stellen gut.

Dank des Schlussspurtes verbuchte der Leitindex auf Wochensicht ein Plus von 0,4 Prozent. Zur Beruhigung trug Händlern zufolge insbesondere bei, dass der von vielen Marktteilnehmern befürchtete Absturz an den US-Börsen ausblieb. Am Donnerstag war der Dax noch um 3,3 Prozent abgerutscht.

Größter Dax-Gewinner waren die VW-Stammaktien mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 86,16 Euro, was Händler mit einer technischen Gegenreaktion erklärten. Die kurze Verliererliste wurde von Beiersdorf-Papieren  mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 43,79 Euro angeführt. Im Dax stieg das Handelsvolumen auf 129 (Donnerstag: 120,2) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,3 (3,4) Milliarden Euro.

Die US-Börsen notierten bei Handelsschluss im Minus. Der Dow-Jones-Index  lag 1,3 Prozent tiefer bei 10.327 Punkten, der S&P gab 1,4 Prozent auf 1095 Zähler nach. Der Nasdaq Composite  büßte 1,2 Prozent auf 2149 Stellen ein.

Der EuroStoxx 50  legte um 1,13 Prozent auf 2831,14 Punkte zu, nachdem er in den ersten Handelsminuten noch um 1,52 Prozent abgerutscht war. Auf Wochensicht änderte sich der Indexstand damit kaum. Bankwerte, die am Vortag wegen Bedenken über deren tatsächliches oder vermutetes Engagement in Dubai zu den größten Verlierern gehört hatten, fanden sich nun häufig in den Spitzengruppen der Indizes wieder. So legten Unicredit  als einer der besten Werte im EuroStoxx 50 um 3,10 Prozent auf 2,3250 Euro zu. In London sprangen Royal Bank of Scotland (RBS)  mit einem Aufschlag von 5,24 34,725 Britische Pence an die Spitze des FTSE 100 .

Umgekehrt gehörten Vertreter der als defensiv eingestuften Sektoren wie Telekom und Pharma zu den schwächsten Werten. Im EuroStoxx 50 verloren Sanofi-Aventis  0,19 Prozent auf 51,20 Euro. In London rutschten BT Group um 0,55 Prozent auf 144,50 Pence ab. In Zürich gaben Novartis  um 0,36 Prozent auf 55,65 Franken nach.

MDax, TecDax und deutsche Einzelwerte

Der MDax  stieg am Freitag um 1,79 Prozent auf 7188,02 Punkte und der TecDax  rückte um 1,76 Prozent auf 782,43 Zähler vor. "Dubai zeigt, dass die Finanzkrise noch nicht zu Ende ist - aber das hat bei weitem nicht den Stellenwert der Lehman-Pleite vom vergangenen Jahr", sagte Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser.

Infineon-Aktien  profitierten von positiv aufgenommenen Vorstandsaussagen und gewannen als zweitbester Dax-Titel 4,72 Prozent auf 3,220 Euro. Konzern-Chef Peter Bauer sagte dem "Handelsblatt", dass er mit drei bis vier positiven Jahren in der Halbleiterbranche rechne. Marktforscher teilen der Zeitung zufolge diese Ansicht und sehen für das kommende Jahr zweistellige Umsatzzuwächse bei den Herstellern. Infineon ist zudem laut Bauer grundsätzlich an Übernahmen interessiert, hat aber nichts Konkretes im Auge.

Außerdem gehörten die Aktien der Autobauer Volkswagen  und BMW  klar zu den Favoriten der Anleger. Die Stammaktien des Wolfsburger Autobauers stiegen um 6,37 Prozent auf 86,16 Euro und waren damit der Favorit der Anleger im Leitindex. Merrill Lynch  hatte zwar die Bewertung für die Titel gesenkt. Der Grundton der Analyse lese sich aber nicht so negativ, sagten Börsianer. Zudem habe das Papier am Vortag bereits deutlich verloren. Anteilsscheine von BMW verteuerten sich um 3,13 Prozent auf 32,280 Euro.

Bei MAN-Aktien  sorgte der angekündigten Weggang von Finanzchef Karlheinz Hornung nur kurz für Druck. Dann erholte sich die Aktie des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns und schloss mit moderaten Verlusten von 0,23 Prozent bei 56,71 Euro. Da in den vergangenen Tagen bereits mehrere Zeitungen berichtet hatten, nach Vorstandschef Hakan Samuelsson müssten weitere Vorstände um ihren Job bangen, komme die Nachricht nicht unerwartet, sagten Händler.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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