Wochenausblick Neun Dax-Konzerne legen Zahlen vor

Konjunktursorgen haben den Dax belastet. Chancen auf eine Stabilisierung gibt es dann, wenn die US-Arbeitsmarktdaten besser ausfallen als erwartet sowie Fed und EZB die Zinsen niedrig lassen. Außerdem legen neun Dax-Konzerne Zahlen vor, darunter BMW, Commerzbank, Metro, Telekom und Münchener Rück.

Frankfurt am Main - Zweifel an der Nachhaltigkeit der konjunkturellen Entwicklung wird den deutschen Aktienmarkt nach Einschätzung von Analysten auch in der neuen Woche belasten. Von einer neuen Welle an Unternehmensbilanzen seien ebenfalls keine positiven Impulse zu erwarten, da die Erwartungen bereits hochgesteckt seien.

"Die Korrekturphase scheint ihren Startpunkt gefunden zu haben", urteilten die Analysten der Landesbank Berlin. "Wir erwarten, dass die aufgekommene Skepsis der letzten Tage nicht so schnell verfliegen wird und den Anlegern zunächst eine unruhige Börsenphase bevorsteht."

Die anziehenden Umsätze der vergangenen Tage deuteten darauf hin, dass Investoren derzeit eher bereit seien, Gewinne mitzunehmen.

Am Freitag war der Dax mit einem Minus von rund drei Prozent auf 5414 Punkten aus dem Handel gegangen. In der vergangenen Woche ist der Index damit 5,7 Prozent zurückgegangen.

US-Arbeitsmarktdaten: Leichte Verbesserung erwartet

Die wichtigsten US-Daten stehen allerdings erst am Freitag zur Veröffentlichung an: die Zahlen zum Arbeitsmarkt. Analysten gehen davon aus, dass sich der Stellenabbau außerhalb der Landwirtschaft im Oktober auf 175.000 von 263.000 im Vormonat verringert hat. Hinweise auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten erhoffen sich Investoren von den zwei Tage zuvor veröffentlichten Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP. An weiteren Daten stehen unter anderem die europäischen Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) und der Auftragseingang der deutschen Industrie (Freitag) auf dem Terminplan.

Neun Dax-Konzerne legen Zahlen vor

Die auf Hochtouren laufende Bilanzsaison werde die Anleger auch in der neuen Woche in Atem halten, sagten Börsianer.

Allerdings sei hier das Risiko von Enttäuschungen größer als die Chance auf positive Überraschungen. "Die Vorschusslorbeeren sind aufgebraucht", sagte ein Börsianer.

Hektisch werden könnte es am Dienstag und Donnerstag. Dann wollen insgesamt neun der im Dax gelisteten Unternehmen Zahlen vorlegen. Dazu zählen Metro  , BMW  , Commerzbank  , die Deutsche Telekom  und der Rückversicherer Münchener Rück .

Sitzungen von Fed und EZB: Zinsen dürften niedrig bleiben

Von den geldpolitischen Sitzungen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten sich Börsianer trotz der anziehenden Konjunktur keine Hinweise auf eine baldige Straffung der Geldpolitik.

"Fed und EZB misstrauen der Erholung und rechnen mittelfristig mit einer blutleeren Aufwärtsbewegung", betonte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Der nachlassende Inflationsdruck ist ein weiteres Argument gegen eine rasche geldpolitische Wende."

Bei der Bank of England rechnen Börsianer sogar mit einer Ausweitung der unkonventionellen geldpolitischen Lockerung, die Fachleute als "Quantitative Easing" bezeichnen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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