Märkte Dax fällt weiter zurück

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag erneut schwächer aus dem Handel gegangen. Alle drei bedeutenden Aktienindizes rutschten in die roten Zahlen. Kursverluste müssen zudem viele Anleger an der Weltleitbörse in New York hinnehmen nicht zuletzt aufgrund schwacher Konjunkturdaten.

Frankfurt am Main - Die europäischen Börsen haben sich am Dienstag auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Der hiesige Leitindex Dax  schloss 0,13 Prozent schwächer als am Vortag mit 5635,02 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte gab 1,86 Prozent auf 7003,4 Stellen nach und der Technologieindex TecDax  büßte 1,37 Prozent auf 744,7 Zähler ein.

damit konnte sich der deutsche Aktienmarkt heute nicht so gut entwickeln, wie andere große europäische Börsen. Der Schweizer SMI-Index  beispielsweise gewann 1,03 Prozent auf 6367,97 Punkte. In London stieg der FTSE 100  dank Gewinnen der stark gewichteten Ölwerte um 0,18 Prozent auf 5200,97 Zähler. Und in Paris gab der CAC-40-Index  zumindest nur hauchdünne 0,01 Prozent auf 3743,95 Stellen ab.

Kaum anders als in Frankfurt am Main aber auch das Bild in Übersee. Der New Yorker Leitindex Dow-Jones-Industrial  stieg zwar bis zum Mittag in New York um 0,3 Prozent auf 9897 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel aber um 0,1 Prozent auf 1066 Zähler. Und der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  gab 0,8 Prozent auf 2125 Punkte nach.

Auf die Stimmung drückte nicht zuletzt der starke Rückgang des Verbrauchervertrauens in den USA im Oktober von 53,4 Zähler im Vormonat auf nunmehr 47,7 Indexpunkte. Damit überschätzten Analysten, die nach Umfragen im Schnitt einen Indexstand von 53,1 Stellen erwartet hatten, die Konjunkturentwicklung in den USA meilenweit. "Für den privaten Verbrauch in den kommenden Monaten und insbesondere für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft lässt dies wenig Gutes erahnen", warnte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

Von Frankfurt bis London standen erneut die Aktienkurse vieler Finanzhäuser unter Druck. In Frankfurt traf es vor allem die Commerzbank-Aktien , deren Kurs um 5,6 Prozent auf 7,39 Euro fiel. In den Niederlanden büßten die Anteilsscheine der ING  mehr als 6 Prozent ein, obwohl der Aktienkurs des Finanzhauses schon am Vortag um fast 20 Prozent abgestürzt war.

Die Europäische Union hatte dem holländischen Institut als Gegenleistung für die erhaltene Staatshilfe vorgeschrieben, seine milliardenschwere Versicherungssparte zu verkaufen. Anleger fürchten nun, dass weitere gestützte Geldhäuser wie beispielsweise die Commerzbank in der Bundesrepublik, Lloyds TSB  oder der Royal Bank of Scotland  in Großbritannien ähnlich rigide Vorgaben gemacht werden könnten.

Mit Enttäuschung reagierten die Anleger auch auf die detaillierten Zahlen von Daimler . "Die vorläufigen Zahlen sahen ein bisschen zu gut aus", erklärte Analyst Jürgen Pieper von Bankhaus Metzler. "Die Daimler-Zahlen überzeugen nicht", stimmte NordLB-Analyst Frank Schwope zu. Die Absatz- und Umsatzeinbrüche seien enorm. Daimler-Titel verloren 2 Prozent auf 35,07 und zogen den gesamten Sektor stark ins Minus. BMW-Aktien  gaben so um 3,2 Prozent auf 34,47 Euro ein, und in Paris brachen die Aktienkurse von Peugeot  und Renault  um bis zu 5 Prozent ein.

Von der Unsicherheit der Anleger profitierten dagegen die Aktien der Münchener Rück , die mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 111,50 Euro zu den größten Dax-Gewinnern zählten. Zudem waren die als sichere Anlage gerühmten Titel von Fresenius Medical Care  und dem Düsseldorfer Versorger Eon  gesucht, die 2,3 Prozent auf 32,60 Euro sowie 0,9 Prozent auf 27,04 Euro zulegten.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 3,13 Prozent am Montag auf nunmehr 3,10 Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,24 Prozent auf 122,67 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,52 Prozent auf 121,46 Punkte vor. Der Euro  gab dafür zuletzt nach, dessen Kurs sank bis zum Abend unter 1,48 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Referenzkurs zuvor auf 1,4874 Dollar festgesetzt nach 1,5019 am Vortag. Ein Dollar kostete somit heute 0,6723 Euro.

Die Ölpreise haben sich dafür am Dienstag etwas von ihren deutlichen Verlusten am Vortrag erholt. Der Preis für einen Barrel (159 Liter) der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im Dezember stieg bis zum Abend auf 79,42 US-Dollar. Das waren 74 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für einen Barrel der Nordseesorte Brent  kletterte um 59 Cent auf 77,82 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa-afx und reuters

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