Wochenausblick Jagd auf Jahreshochs geht weiter

Zahlenreigen im Dax: BASF, Bayer, Lufthansa, MAN, Merck, SAP und Volkswagen ziehen Quartalsbilanz. Der deutsche Aktienmarkt dürfte dabei auch in der neuen Woche von der Hoffnung auf ein Ende der weltweiten Rezession angetrieben werden.

Frankfurt am Main - "Der Aufschwung ist im Anmarsch, es bleibt nur die Frage, wie nachhaltig er ist", meint Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. "Der Schrittmacher für die Börsen bleibt die US-Konjunktur", ergänzt er. Zudem warten Experten gespannt auf Quartalsbilanzen deutscher Unternehmen.

Marktanalyst Ralf Grönemeyer von der Silvia Quandt Research GmbH rechnet alles in allem mit einem anhaltenden Aufwärtstrend beim Dax . "Es gibt einen starken unterliegenden Kauftrend, vor allem, weil es auch wenig Alternativen zur Aktienanlage gibt", sagt er.

Auch Händler zeigen sich angesichts der bisherigen Kursentwicklung im eigentlich schwachen Börsenmonat Oktober positiv gestimmt: "Die Häufigkeit und die Dynamik, mit der wir die bisherigen Jahreshochs zunächst angetestet und dann durchbrochen haben, lässt auf weitere Kursgewinne schließen", sagte ein Marktteilnehmer. "Ich halte einen Anstieg auf bis zu 6000 Punkte schon in der kommenden Woche durchaus für möglich."

Nach deutlichen Kursrückgängen in den späten Handelsstunden am Freitag war der Dax mit 5740 Punkten ins Wochenende gegangen. Er hatte damit seine Gewinne aus dem Wochenverlauf wieder aufgezehrt.

Richtungsweisend wird auch in der neuen Woche die in Deutschland anrollende Berichtssaison sein. In den USA haben die meisten großen US-Firmen ihre Zahlen für das dritte Quartal bereits vorgelegt und - bis auf einige Ausnahmen - Investoren und Analysten positiv überrascht, kommentiert Close Brothers Seydler. "Selbst bei relativ bescheidenen Umsatzerhöhungen sind die Gewinnmargen dramatisch gestiegen.

Die Firmen haben ihre Hausaufgaben also scheinbar gemacht", sagt auch Grönemeyer. Das scheine in den Gewinnschätzungen der Analysten für 2009 und 2010 noch nicht ausreichend berücksichtigt. "Hauptthema werden deshalb die Erhöhungen der Prognosen der Analysten sein." In der Woche legen unter anderem aus dem Chemie- und Pharmasektor Merck  (Montag), Bayer  (Dienstag) und BASF  (Donnerstag) Zahlen vor. Zudem stehen SAP , Lufthansa , MAN  und Volkswagen  an. Nach Bekanntgabe von Eckdaten folgen bei Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) und Daimler (Kurswerte anzeigen) nun die kompletten Berichte.

Aus Konjunktursicht werden nach Ansicht von Experten die Auftragseingänge für langlebige Güter und die erste Schätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal interessant sein. "Das Bruttoinlandsprodukt dürfte, getrieben vom privaten Verbrauch und einem Umschwung bei den Investitionen, recht kräftig zugelegt haben", schätzen die Analysten der Commerzbank.

"Die Rückkehr zum Wirtschaftswachstum wird sich bald wohl auch auf dem Arbeitsmarkt positiv bemerkbar machen." Allerdings sei die Erholung im privaten Verbrauch vor allem auf die staatliche Abwrackprämie im Autosektor zurückzuführen. "Insofern ist hier bereits im laufenden Quartal wieder mit einer spürbar schwächeren Entwicklung zu rechnen, so dass andere Sektoren eine weitere Erholung der US-Wirtschaft werden ziehen müssen. Der Aufstieg aus dem Konjunkturtal dürfte deshalb sehr holprig verlaufen."

Im Auge behalten müssen Anleger auch den zuletzt wieder stark gestiegenen Euro , der am Freitag bei 1,5061 Dollar ein 14-Monatshoch markierte. "Der starke Euro könnte die Kurse stark exportorientierter Werte belasten", sagte Grönemeyer voraus.

von Anika Lehmann, reuters

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