Börsenschluss Dow unter 10.000 Punkten

Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit einem leichten Minus ins Wochenende verabschiedet. Auch an den meisten anderen europäischen Börsen sowie an der Wall Street in New York dominierten die roten Zahlen. Dort rutschte der Dow-Jones-Index der Standardwerte unter die 10.000-Punkte-Marke.

New York/Frankfurt am Main - Trotz überraschend guter Zahlen des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft haben die US-Börsen am Freitag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte beendete den Handel mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 9972 Punkten und damit erneut unter der vielbeachteten Marke von 10.000 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,2 Prozent auf 1079 Zähler. Der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  fiel um 0,5 Prozent auf 2154 Punkte.

Nervöse Anleger hatten zuvor bereits in Frankfurt am Main Verluste hinnehmen müssen. Der Frankfurter Aktienleitindex Dax , der zeitweise bis auf 5848,68 Punkte gestiegen war, schloss mit einem Abschlag von 0,39 Prozent auf 5740,25 Punkte und zeigte sich damit im Wochenvergleich nahezu unverändert. Der Technologiewerteindex TecDax  ging mit minus 0,21 Prozent auf 761,50 Zähler in das Wochenende. Der am Donnerstag deutlich unter Druck geratene MDax  erholte sich hingegen leicht und stieg um 0,58 Prozent auf 7348,13 Punkte.

Kaum anders das Bild an den eisten anderen wichtigen Handelsplätzen in Europa. Der EuroStoxx 50  fiel bis Handelsende um 0,56 Prozent auf 2886,08 Zähler. Auf Wochensicht sank der Index damit um 0,25 Prozent. Der CAC-40-Index  in Paris verlor 0,33 Prozent auf 3808,24 Punkte. Einzig in London stieg der der FTSE 100  gestützt auf Kursgewinne bei den Minenwerten um 0,68 Prozent auf 5242,57 Zähler.

"Die Zahlen von Microsoft waren gut, und auch die Konjunkturdaten aus den USA, und trotzdem sind die US-Indizes im Minus. Der Dax ist dieser Entwicklung nur gefolgt", resümierte Händler Stefan Söllner von der Postbank das Geschehen. Insgesamt sei der Handel in jüngster Zeit recht nervös. "Die Anleger warten ab, ob es im Dax einen Ausbruch nach unten oder nach oben geben wird, und so sehen wir ein Wechselspiel ohne klare Richtung." Neue Impulse würden daher von der in der nächsten Woche kräftig in Schwung kommenden Berichtssaison in Deutschland erwartet.

Der Euro  blieb über der Marke von 1,50 Dollar, die er am Donnerstag erstmals seit 14 Monaten geknackt hatte. Bereits am Mittwoch hatte der Euro diese Schwelle für kurze Zeit übersprungen, war dann aber wieder darunter gefallen. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde am Freitag mit 1,5020 Dollar festgesetzt.

Die Aktien der Lufthansa  waren Spitzenwert im Dax mit plus 1,67 Prozent auf 11,60 Euro und profitierten von einer überraschend niedrigen Abfindung für die verbleibenden Minderheitsaktionäre der Austrian Airlines (AUA). Der deutsche Branchenprimus, der die österreichische Fluggesellschaft kürzlich übernommen hatte, bietet für den restlichen AUA-Anteil nur 0,50 Euro je Aktie. Am Markt dagegen war auf einen Preis von rund 4,50 Euro je Aktie spekuliert worden.

Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp  stiegen um 0,49 Prozent auf 24,40 Euro. Der von der Wirtschaftskrise schwer getroffene Stahl- und Industriekonzern steht Kreisen zufolge kurz vor dem Verkauf eines weiteren Unternehmensteils. Für die amerikanische Tochter Safway, einem der größten Dienstleister rund um den Gerüstbau in Nordamerika, sei ein Käufer gefunden worden, hieß es in Unternehmenskreisen. Der Kaufvertrag solle in der kommenden Woche unterschrieben werden.

Der Energiekonzern Eon  trennt sich von einer Beteiligung an einem weiteren Kraftwerk. Die Stadtwerke Hannover übernehmen den 50-prozentigen Anteil am Steinkohlekraftwerk Mehrum. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Aktie verlor marktkonforme 0,37 Prozent auf 26,95 Euro.

In Erwartung einer in wenigen Tagen anstehenden Aufnahme in den TecDax  sprangen die Aktien des Biotechnologieunternehmens Evotec  um 4,66 Prozent auf 2,02 Euro in die Höhe. Die Software AG  hat ihren Anteil am Dienstleistungs- und Softwarehaus IDS Scheer nun auf mehr als 90 Prozent aufgestockt und das bedeutet, dass die IDS Scheer in Kürze den TexDax verlassen muss. Die IDS-Anteilsscheine legten um 0,39 Prozent auf 15,37 Euro zu, Die SAG-Titel gaben hingegen um 0,06 Prozent auf 63,81 Euro nach.

Die deutschen Staatsanleihen haben am Freitag nur vorübergehend von enttäuschenden Konjunkturdaten aus Großbritannien profitiert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am Abend um 0,31 Prozent auf 120,81 Punkte. Zwischenzeitlich hatte sich der Future bis auf 121,15 Zähler erholt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,351 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, dpa-afx und reuters

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