Märkte Dax kämpft sich zurück

Der deutsche Aktienmarkt hat sich die Kursverluste des Vortags zu einem Teil zurückgeholt. Vor allem Impulse aus Amerika stützen Bankaktien. Und auch verbesserte deutsche Konjunkturdaten stützen den Aktienmarkt. Der Euro erreicht ein neues Jahreshoch zum Dollar.

Frankfurt am Main - Dank der Kursgewinne an den Börsen in den USA und Asien hat der Dax  seine Vortagesverluste am Freitag fast wieder wettgemacht. Er stieg bis um 13.30 Uhr um 1,1 Prozent auf 5824 Punkte. Für den am Donnerstag deutlich unter Druck geratenen MDax  ging es um 1,7 Prozent auf 7432 Punkte nach oben, der Technologiewerteindex TecDax  stieg um 0,8 Prozent auf 769 Zähler.

Am Donnerstag hatte der Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 5762,93 Punkten geschlossen. An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland ihre Kursgewinne dank guter Geschäftszahlen einiger Großkonzerne ausgebaut. Der Dow Jones  beendete den Handel am Donnerstag 1,3 Prozent höher bei 10.081 Zählern, während der Nasdaq  0,7 Prozent auf 2165 Stellen gewann. Der S&P500  stieg um 1,1 Prozent auf 1093 Punkte.

In Tokio schloss der Nikkei-Index  daraufhin am Freitag 0,2 Prozent fester bei 10.283 Zählern. Der chinesische SSE stieg sogar um 2,3 Prozent auf 3122 Punkte. Der breit gefasste japanische Index Topix  büßte dagegen um 0,7 Prozent auf 902 Punkte ein.

Neue, wenn auch nur leichte Impulse gaben bisher nach Händlerangaben vor allem verbesserte Wirtschaftsdaten für die Bundesrepublik. Denn nach Meinung des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts besserte sich die Stimmung in den hiesigen Unternehmen im Oktober zum siebten Mal in Folge. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg deshalb leicht von 91,3 Punkte auf 91,9 Punkte. "Die Erholung setzt sich zögerlich fort", dämpfte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn dann auch allzu hohe Erwartungen.

Der Euro wurde am Mittag fester zu 1,5038 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte am Vortag einen Referenzkurs von 1,5000 Dollar festgestellt. Nach wie vor sei es die gestiegene Risikotoleranz der Investoren, die den Euro stützt, sagte ein Analyst.

Infineon-Aktien und Finanztitel setzen sich an die Spitze

Im Dax waren am Mittag die Lufthansa-Titel  der gesuchteste Wert. Die Aktien der Fluggesellschaft stiegen um 3,7 Prozent auf 11,83 Euro. K+S  zogen um 2,2 Prozent auf 41,09 Euro an. ThyssenKrupp-Anteilsscheine  verteuerten sich um 2,1 Prozent auf 24,80 Euro.

ThyssenKrupp stoppt Verkauf der Dienstleistungssparte

Der Konzern hat den Hochofen 9 in Duisburg wieder in betrieb genommen, stoppte dagegen den geplanten Verkauf seiner Dienstleistungstochter Xervon. Dies habe der Vorstand beschlossen, sagte ein Konzernsprecher Für die US-Tochter Safway hat ThyssenKrupp laut dem Bericht aus Bankenkreisen dagegen einen Käufer gefunden.

Zudem könnten die drastisch gestiegenen Kosten beim Bau des neuen Stahlwerks von ThyssenKrupp in Brasilien nach einem Bericht des manager magazins ein juristisches Nachspiel haben. Der Düsseldorfer Konzern prüfe eine mögliche Schadensersatzklage gegen den ehemaligen Vorstand Karl-Ulrich Köhler, berichtet das Blatt.

Audi verspricht Volkswagen Spitzenrendite

Volkswagen-Aktien  gaben dagegen um 0,7 Prozent auf 115,69 Euro nach. Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek stellte in der "Financial Times Deutschland" (FTD) für das dritte Quartal "sehr gute operative Ergebnisse" in Aussicht. "Unsere Rendite wird in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres trotz Krise bei mehr als 5 Prozent liegen", womit er einen Spitzenwert in der Branche erwarte. Ein Börsianer rechnet allerdings nicht mit größeren Kursreaktionen bei den Aktien der Konzernmutter. Sie würden derzeit von anderen Dingen wie beispielsweise der Porsche-Übernahme bestimmt.

BMW-Aktien erreichen Jahreshoch

Nach dem optimistischen Ausblick des Konkurrenten Audi stiegen BMW-Aktien  auf ein neues Jahreshoch. Die Papiere des Münchener Autobauers stiegen um bis zu 0,9 Prozent auf 35,88 Euro und waren damit so teuer wie seit Juni 2008 nicht mehr. Mit einem Kursplus von 66 Prozent seit Jahresbeginn ist 2009 das bislang stärkste Jahr der BMW-Aktie. Dem steht allerdings ein Rekordkursminus von 50 Prozent aus dem Vorjahr gegenüber. Daimler-Aktien  legten 2,5 Prozent zu.

Hochtief bringt Börsengang der Entwicklungstochter voran

Hochtief-Papiere  waren mit plus 3 Prozent Spitzenreiter im MDax. Der "Platow Brief" berichtete, dass der Baukonzern die notwendigen Vorbereitungen für einen Börsengang seiner Flughafentochter getroffen habe. Bereits Ende November könne das IPO über die Bühne gehen.

Konkurrent von Wacker Chemie schwächelt

Titel von Wacker Chemie  verloren am Indexende 0,5 Prozent. Der US-Waferhersteller MEMC hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss einen unerwartet hohen Quartalsverlust berichtet, zeigte sich aber mit Blick auf die weitere Preisentwicklung vorsichtig optimistisch. Nachbörslich gaben die Titel um zeitweise über 9 Prozent nach. Der Kurseinfluss auf den deutschen Chemiekonzern und Halbleiterzulieferer sollte nach Einschätzung eines Börsianers aber begrenzt bleiben.

US-Solarfirma wirft Schatten auf die Branche

Aktien der Windanlagenherstellers Nordex  waren mit plus 3 Prozent der Favorit der Anleger im TecDax. Deutsche Solarwerte könnten laut Händlern nach Zahlen eines US-Konkurrenten unter Druck geraten. Sunpower hatte am Vortag nach der Schlussglocke an der Wall Street zwar einen über den Erwartungen liegenden Quartalsgewinn präsentiert. Den Ausblick für das Gesamtjahr präzisierte das Unternehmen allerdings in Richtung des unteren Endes seiner bisherigen Erwartungsspanne. Nachbörslich war die Aktie daraufhin um bis zu über 14 Prozent eingebrochen.

Euro bleibt über 1,50 Dollar

Der Kurs des Euro  stieg auf ein neues Jahreshoch. Bereits in der Nacht zum Freitag kletterte die Gemeinschaftswährung auf 1,5060 US-Dollar. Damit wurde der Höchststand vom Mittwoch von 1,5046 Dollar leicht übertroffen. Zuletzt notierte der Euro bei 1,5020 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,6658 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,5000 (Mittwoch: 1,4921) Dollar festgesetzt. Am Rohstoffmarkt kostete ein Fass (159 Liter) der US-Ölsorte WTI mit 81,57 Dollar 0,5 Prozent mehr als am Donnerstag.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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