Börsenschluss Dax und Dow im Minus

Niedrige Umsätze des Pharmaunternehmens Johnson & Johnson haben den US-Leitindex Dow Jones ins Minus gedrückt und den Frankfurter Dax in den roten Zahlen gehalten. Daran konnten auch leicht verbesserte Umsatz- und Gewinnzahlen des Chipriesen Intel nichts mehr ändern, die nach US-Börsenschluss gemeldet worden sind.

Frankfurt am Main - Gewinnmitnahmen haben die wichtigsten Aktienindizes am Dienstag in die Verlustzone gedrückt. Nach dem Börsenschluss in Europa, zu dem die Anlegern teils deutliche Verluste verzeichnet hatten, gaben im Schnitt auch die Kurse der bedeutendsten US-Aktien an der Weltleitbörse in New York nach.

So sank heute der deutsche Aktienleitindex Dax  um 1,19 Prozent auf 5714,31 Punkte. Am Montag hatte er noch ebenso wie der MDax  und der TecDax  ein Jahreshoch erreicht. Der Index der mittelgroßen Werte fiel um 1,63 Prozent auf 7485,23 Zähler, der Auswahlindex für Technologietitel büßte 0,51 Prozent auf 775,10 Punkte ein.

Neben dem Dax  gaben dann heute auch andere große europäische Indizes nach. Der Swiss-Market-Index (SMI ) beispielsweise verlor 0,89 Prozent auf 6321,26 Punkte. Der Pariser CAC-40-Index  verlor 1,15 Prozent auf 3801,39 Zähler, und in London büßte der FTSE 100  1,08 Prozent auf 5154,15 Punkte ein. Der Stoxx 50  fiel um 0,8 Prozent, der EuroStoxx 50  um 1,1 Prozent.

Die US-Börsen haben sich dem Abwärtstrend nicht entgegen stemmen können. Viele Anleger zeigten sich enttäuscht von den Umsatzzahlen des Pharmariesen Johnson & Johnson . Der Konzern setze im dritten Quartal weniger um als vielfach erwartet worden war, erwirtschaftete aber einen höheren Gewinn und hob auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Unter dem Strich notierte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zum Handelsschluss in New York mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 9871 Punkten. Der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  ging praktisch unverändert mit 2139 Punkten aus dem Handel.

Der Euro  gab nach seinem Jahreshoch am Dienstagnachmittag zum Dollar im späten europäischen Geschäft wieder etwas nach, behauptete sich aber deutlich über der Marke von 1,48 Dollar. Gegen 14.00 Uhr hatte die Gemeinschaftswährung einen neuen Jahreshöchststand bei 1,48765 Dollar markiert.

An der Börse in Frankfurt drückten zeitweilig Konjunkturdaten auf die Kurse. Der Wirtschaftsindex des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank entgegen der Erwartung vieler Experten leicht. Die Stimmung deutscher Finanzexperten trübte sich im Oktober etwas stärker als erwartet ein. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind um 1,7 Punkte auf 56,0 Punkte gesunken. Die aktuellen Daten deuten nach Einschätzung der Postbank auf die Erwartung einer konjunkturelle Erholung auf niedrigem Niveau hin

Besonders deutlich litten hierzulande heute Besitzer von Henkel-Titel  unter Kursverlusten, deren Aktien um 2,63 Prozent auf 30,38 Euro nachgaben. Ein Börsianer begründete dies, abgesehen vom jüngst ungebremsten Kursanstieg, mit den leicht verfehlten Umsatzerwartungen von Johnson & Johnson . Deren Papiere fielen zuletzt an der Wall Street um etwa 2,5 Prozent.

Metro-Aktien zeigen Stärk

Ferner gaben die Anleger für die Anteilsscheine der Lufthansa 1,26 Prozent weniger aus und bezahlten 11,78 Euro. Die Luftfahrt- und Touristikbranchen fürchten laut einem Zeitungsbericht eine zunehmende Buchungszurückhaltung von Privat- und Urlaubsreisenden.

"Nach dem Einbruch bei den Geschäftsreisenden zunächst der großen Konzerne und später dann der mittelständischen Unternehmen könnte eine dritte Welle auf uns zukommen: die Zurückhaltung der Privatreisenden", sagte Thierry Antinori dem "Handelsblatt", Marketing- und Vertriebsvorstand der Lufthansa Passagier-Sparte.

Metro-Titel  zogen dagegen an der Dax-Spitze um 1,44 Prozent auf 38,65 Euro an. Nach Informationen des "Handelsblatt" braucht der Handelskonzern die "Erweiterung mit Karstadt-Häusern nicht um jeden Preis" und sieht damit eine mögliche Fusion mit seiner Warenhaus-Sparte Kaufhof wieder etwas skeptischer.

Im MDax  verloren die Titel von Heidelberger Druckmaschinen weitere 10 Prozent auf 5,22 Euro. Nachdem die vorläufigen Quartalszahlen am Freitag enttäuschend ausgefallen sind, ist nun offenbar auch die geplante Fusion mit Manroland geplatzt. Die Titel der IVG Immobilien  gaben 6,3 Prozent auf 7,39 Euro nach und MLP-Aktien  fielen um 5,4 Prozent auf 7,50 Euro. Gesucht waren dagegen Hannover-Rück-Anteilsscheine  mit einem Kursplus von 2,2 Prozent auf 34,32 Euro.

Gespannt haben Anleger zuletzt noch auf Zahlen des Chip-Herstellers Intel  gewartet, der seine Quartalsergebnisse nach Börsenschluss vorlegte; Intel-Papiere gewannen zuletzt 0,4 Prozent. Das Unternehmen erreichte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 9,4 Milliarden Dollar. Das waren zwar rund 400 Millionen Dollar mehr als Beobachter zuvor erwartet hatten. Aber dennoch deutlich weniger als jene 10,2 Milliarden Dollar, die das Unternehmen noch in der entsprechenden Vorjahresperiode erlöst hatte. Das Ergebnis je Aktie sei von 0,35 US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal auf 0,33 Dollar gesunken, teilte Intel weiter mit.

Am Mittwoch meldet die US-Bank JP Morgan ihre Quartalszahlen, am Donnerstag folgen Citigroup  und Goldman Sachs . Die Titel der Branche wurden durch eine Herabstufung belastet: Die einflussreiche Bankenanalystin Meredith Whitney stufte die Aktien von Goldman Sachs herunter. Die Anteilsscheine des Instituts, das am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegt, verloren 2,2 Prozent.

Der deutsche Rentenmarkt hat am Dienstag gestützt durch einen enttäuschenden ZEW-Index und schwache Aktienmärkte fester tendiert. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,22 Prozent auf 122,52 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,155 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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