Märkte Dax und Wall Street mit Gewinnen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zur Stärke der Vorwoche zurückgefunden. Der Leitindex Dax schloss erneut über der Marke von 5700 Punkten. Auch die Wall Street schloss fester. Auf der Kaufliste standen vor allem Bankenwerte.

Frankfurt am Main - Die US-Börsen haben am Dienstag nach einer kurzen Verschnaufpause zum Wochenstart ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. "Die Anleger schenken der Möglichkeit, dass die Rezession hinter uns liegt, langsam etwas mehr Glauben", sagte ein Händler in New York. Nun liege der Fokus auf der morgigen Zinsentscheidung der US-Notenbank sowie dem anstehenden G20-Treffen.

Der Dow Jones  schloss mit plus 0,52 Prozent auf 9829,87 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,66 Prozent auf 1071,66 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der breit angelegte Composite-Index um 0,39 Prozent auf 2146,30 Zähler. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,14 Prozent auf 1734,09 Punkte nach oben.

Unter den Spitzenreitern im Dow Jones waren Aktien der Bank of America  mit plus 2,09 Prozent auf 17,61 Dollar. Die US-Bank verlässt den Schutzschirm des Staates, der sie vor Milliardenverlusten bei Wertpapieren schützen sollte. Für die Garantieleistungen werde sie 425 Millionen US-Dollar an das Finanzministerium, die Notenbank und die Einlagensicherung bezahlen, teilte die Bank am Montagabend mit. Positiv reagierte auch Analyst Richard Bove von Rochdale Securities. Er lobte die neue Finanzkraft der Bank.

Abseits des Leitindex waren Titel des Konkurrenten Citigroup  mit plus 4,97 Prozent auf 4,65 Dollar ebenfalls gefragt. Der größte Staatsfonds Singapurs, GIC, hat seinen Anteil an der einst weltgrößten Bank auf unter 5 Prozent gesenkt. Damit nutzt der Fonds die zuletzt deutliche Erholung und kassiert einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Ein Analyst begründete den Kursanstieg damit, dass die Anteilsreduzierung nun den Verkaufsdruck aus der Aktie nehme.

Als einer der schwächsten Werte im Dow Jones präsentierten sich Kraft Foods  mit minus 0,97 Prozent auf 26,49 Dollar. Bei dem britischen Süßwarenhersteller Cadbury  scheint einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) zufolge allmählich der Widerstand gegen eine Übernahme durch den US-Lebensmittelkonzern zu bröckeln. In einem Gespräch mit der Zeitung räumte Cadbury-Chef Todd Stitzer Synergien bei einer Verschmelzung der beiden Firmen ein. Analysten zufolge könnte es sein, dass Kraft zwischen 850 und 900 Pence je Aktie für eine Übernahme aufbringen müsse. Damit könne das Kreditrating noch gehalten werden. Komme die Kraft-Aktie aber unter Druck, könne es eng werden. Der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern hatte vor drei Wochen ein feindliches Übernahmeangebot gemacht und mehr als 10 Milliarden Pfund oder 745 Pence je Cadbury-Aktie geboten.

Palm im Aufwind

Schlusslicht waren jedoch Home Depot  mit minus 1,85 Prozent auf 27,62 Dollar. Die Titel der weltgrößten Baumarktkette wurden von Aussagen des Konkurrenten Lowe's Companies belastet. Dieser erwartet für das kommende Jahr Gewinne, die hinter den Markterwartungen zurückbleiben könnten, was die Aktien um 4,01 Prozent auf 21,07 Dollar nach unten schickte.

Bei den Technologiewerten waren Palm  mit plus 7,02 Prozent auf 17,07 Dollar gefragt. Händlern zufolge gibt es Spekulationen, dass Nokia  an dem Taschencomputer-Hersteller interessiert sei. Analysten waren sich uneins, ob eine Übernahme sinnvoll wäre. "Palm zu kaufen würde Nokia zwar einige Kunden bringen, es wäre aber keine Garantie für Erfolg", sagte ein Experte. Zudem käme es stark auf den Preis an. Beide Unternehmen lehnten einen Kommentar ab.

Der Dax  hatte zuvor wieder sein Jahreshoch ins Visier genommen. Mit 5709 Punkten schloss der Leitindex 0,7 Prozent höher als am Vortag. Zeitweise war der Dax bis auf acht Punkte an sein am vergangenen Freitag erreichtes Jahreshoch von 5760 Zählern herangekommen.

Händler zeigten sich jedoch skeptisch. "Der Markt wird nur davon getrieben, dass die Investoren ihr Geld irgendwo anlegen müssen", sagte ein Börsianer. Der EuroStoxx 50 , in dem die Aktien der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone vertreten sind, ging mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent auf 2882 Zähler aus dem Handel.

Auch in Europa waren Bankenwerte gefragt: Deutsche Bank  , Credit Agricole  und Axa  waren mit Kursgewinnen von bis zu 1,7 Prozent unter den größten Gewinnern im EuroStoxx50. Der europäische Branchenindex Banken legte um 0,4 Prozent zu.

Stahlwerte ziehen an

Noch deutlicher fielen die Kursgewinne aber in der Rohstoffbranche aus, nachdem die Preise für Gold, Öl und Basismetalle wieder gestiegen waren. Der entsprechende Sektorindex war mit einem Plus von 1,7 Prozent einer der Spitzenreiter der 19 europäischen Branchenindizes. In Frankfurt zogen Salzgitter  um 3,4 Prozent an, ThyssenKrupp  schlossen 0,3 Prozent höher. Die Welt-Stahlorganisation hatte am Vorabend mitgeteilt, die weltweite Stahlproduktion sei im August auf den höchsten Stand seit elf Monaten geklettert. Zudem war auch in New York die Aktie des Aluminiumriesen Alcoa  gefragt, nachdem die Analysten von Goldman Sachs  ihre Prognosen für den Aluminiumpreis angehoben hatten und im Zuge dessen auch der Alcoa-Aktie einen höheren Kurs zutrauten.

Spitzenreiter im Dax war jedoch die Aktien des Autokonzerns Daimler  mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 34,20 Euro. Die Citigroup  hatte das Kursziel auf 36 von 34 Euro angehoben und empfohlen, die Aktien zu halten.

Im MDax  gingen HeidelbergCement  nach einer Berg- und Talfahrt 10,9 Prozent höher bei 48,50 Euro aus dem Tag. Der Zuteilungspreis für Aktien aus der milliardenschweren Kapitalerhöhung lag mit 37 Euro je Aktie über den Erwartungen der meisten Analysten. Durch die Transaktion hat das Unternehmen mittlerweile sogar Chancen auf einen Platz in der ersten Börsenliga, wie Experten sagten.

Der Euro  hielt sich im späten Handel in der Nähe der Marke von 1,48 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit einem Jahr. Zuletzt wurden 1,4795 Dollar bezahlt. Am Anleihemarkt stiegen richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen um 9/32 auf 101 15/32 Punkte. Die Rendite lag bei 3,448 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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