Märkte Ölkonzerne schieben Dow Jones an

Steigende Kurse an den Rohstoffmärkten lassen die Hoffnung auf eine wachsende Weltwirtschaft keimen - Aktien in den USA verteuerten sich deshalb überwiegend. Vorn lagen Ölkonzerne wie Exxon. In Deutschland reagieren Anleger euphorisch auf Ankündigungen der Commerzbank.

New York/Frankfurt am Main - Der New Yorker Aktienmarkt hat am Dienstag fester geschlossen. Vor allem Rohstofftitel schoben die Indizes an. Zudem hob der Ausblick auf eine steigende Zahl von Fusionen und Übernahmen die Stimmung auf dem Parkett.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 9497 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1025 Punkten und damit 0,9 Prozent höher. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  gewann ebenfalls 0,9 Prozent hinzu und ging mit 2037 Punkten aus dem Handel.

Ölwerte reagierten auf den steigenden Preis für das "schwarze Gold" mit Kursaufschlägen. Die Aktien von Exxon Mobil , Chevron  und ConocoPhillips  schlossen mit einem Kursplus von jeweils etwas mehr als zwei Prozent. Zuvor hatte der Preis für ein Barrel (169 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate die Marke 71 Dollar überschritten.

Die Aktien von Kraft Foods  fielen mit einem Verlust von 5,87 Prozent auf 26,45 Dollar ans Dow-Ende. Der Nahrungsmittelhersteller hatte am vergangenen Montag, einem Feiertag in den Vereinigten Staaten, den Versuch einer Übernahme des britischen Branchenkollegen Cadbury  enthüllt. Trotz der abgelehnten Offerte durch dessen Unternehmensführung will der US-Konzern am Ball bleiben.

Dax steigt dritten Tag in Folge - Commerzbank an der Spitze

Gestützt auf überwiegend positive Unternehmensnachrichten hatten zuvor die wichtigsten deutschen Aktienindizes zum dritten Mal in Folge in der Gewinnzone geschlossen. Gedämpft wurden die Aufschläge jedoch durch die Börsen in den USA, die zunächst nicht so stark zugelegten wie zuvor erwartet.

Der Leitindex Dax  verbuchte am Ende nur noch ein Plus von 0,33 Prozent auf 5482 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf noch auf bin zu 5503 Zähler geklettert war. Für den MDax  der mittelgroßen Werte ging es um 1,02 Prozent auf 7002 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax  rückte um 1,09 Prozent auf 722 Zähler vor.

"Die Wall Street hat nach dem langem Wochenende nicht so deutlich im Plus eröffnet wie gedacht", sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. Am Montag waren die Märkte wegen des Feiertages "Labor Day" geschlossen geblieben.

Derzeit fürchteten die Anleger nach zuletzt befriedigenden Arbeitsmarktdaten eine restriktivere Geldpolitik, erklärte der Experte die nur geringen Aufschlägen an den US-Börsen. Die damit einhergehende Verteuerung des Geldes könnte dem Aktienmarkt Liquidität entziehen.

Bankenwerte entwickelten sich uneinheitlich: Commerzbank-Titel  etwa gewannen an der Dax-Spitze 5,27 Prozent auf 7,59 Euro. "Gerade nach der Kampfansage aus der letzten Woche sehen Investoren eine vermeintlich gute Einstiegsgelegenheit", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade.

Der Chef der Investmentbanking-Sparte und Commerzbank-Vorstandsmitglied Michael Reuther hatte am Dienstag vergangener Woche dem "Handelsblatt" gesagt, dass die Bank die Nummer eins unter den Investmentbanken in Deutschland werden wolle. Die Verluste von 1,29 Prozent auf 48,37 Euro bei der Deutschen Bank  begründeten Börsianer mit eher negativ aufgenommenen Äußerungen von Bankchef Josef Ackermann auf der "Handelsblatt"-Tagung "Banken im Umbruch". "Wir müssen im Heimatmarkt alles tun, um den Marktanteil zu erhöhen", sagte Ackermann.

Sparplan beflügelt Tui-Aktie

Aktien der Deutschen Telekom  gewannen 1,90 Prozent auf 9,63 Euro. Der Telekomkonzern will seine angeschlagene britische Mobilfunktochter T-Mobile in ein Joint Venture mit France Telecom  einbringen. Als besonders positiv bewertete Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, die vereinbarte Ausschüttung von 90 Prozent des frei verfügbaren Cash Flows an die Anteilseigner.

Im MDax schnellten Tui-Titel  nach einem Pressebericht um 6,66 Prozent auf 6,65 Euro in die Höhe. Betriebsrat und Management der angeschlagenen Reederei Hapag-Lloyd, an der der Touristikkonzern über 43 Prozent hält, haben sich nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" auf einen umfangreichen Sparplan geeinigt.

Auch Studien hielten die Kauflaune der Anleger hoch. So ging es für Papiere von ProSiebenSat.1  um 5,29 Prozent auf 7,96 Euro nach oben. Die Umsätze erschienen recht stabil, während Kosteneinsparungen die Profitabilität schützten, schrieben die Experten der Citigroup .

Analysten hoffen auf gutes Weihnachtsgeschäft bei Douglas

Douglas-Papiere  verteuerten sich um 4,33 Prozent auf 29,90 Euro. Goldman Sachs hatte die Einschätzung der Papiere von "Sell" auf "Conviction Buy" hochgestuft. Die Bewertung der Aktie sei attraktiv und die Positionierung des Unternehmens mit einer Marktführerschaft bei Parfümerien könnte ein besser als erwartetes Weihnachtsgeschäft bringen, hieß es.

Aktien von Klöckner & Co.  notierten derweil nur optisch sehr schwach am Indexende bei 16,70 Euro. Die Titel des Stahlhändlers wurden ex Bezugsrecht gehandelt.

Anteilsscheine von Morphosys  zählten wiederum mit einem Plus von 7,16 Prozent auf 16,61 Euro zu den Favoriten im TecDax. Das Biotechnologieunternehmen erreichte eine Meilensteinzahlung im Krebs-Programm mit Bayer Schering . Im SDax  ging es für Air-Berlin-Titel  um 1,37 Prozent auf 3,70 Euro hoch. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft übernimmt das City Carrier Geschäft der Tuifly zur Wintersaison 2009/10.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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