Märkte Wall Street folgt China ins Minus

Nach dem Einbruch der chinesischen Börse ist auch die Wall Street mit Verlusten in die Handelswoche gestartet. Zu den Verlierern des Tages zählen Energieunternehmen und Finanzdienstleister, unter ihnen der Versicherungskonzern AIG und die Citigroup. Auch der Dax war mit Abschlägen aus dem Handel gegangen.

New York - Die US-Börsen haben die Handelswoche mit Verlusten begonnen. Der Dow Jones  ging am Montag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 9496 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Tagesverlauf zwischen 9436 und 9543 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 0,8 Prozent tiefer bei 1020 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  beendete den Handel knapp 1 Prozent im Minus bei 2009 Punkten.

Anleger sorgen sich vor allem, dass die Konjunkturerholung in China womöglich noch auf sich warten lassen könnte. Der Leitindex in Shanghai war am Montag mit einem Verlust von fast 7 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Monaten gefallen und beendete damit den August mit dem zweitstärksten Rückgang seit 15 Jahren.

Auch der Ölmarkt fürchtete eine geringere Nachfrage aus Fernost. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl fiel unter die Schwelle von 70 Dollar. Der Preis für ein Fass fiel am Terminmarkt um knapp 4 Prozent auf 69,85 Dollar. Das belastete unter anderem die Aktie des Energiekonzerns Exxon Mobil , die sich um 1,4 Prozent verbilligte.

Zu den Verlierern zählten auch Finanzwerte: AIG-Aktien  fielen um knapp 10 Prozent, nachdem sie sich in der vergangenen Woche um mehr als 50 Prozent verteuert hatten. Die Analysten von Barron's empfahlen Anlegern der Citigroup , Gewinne mitzunehmen. Titel der Bank gaben daraufhin um 4,4 Prozent nach.

Im Rampenlicht standen außerdem zwei Fusionen. Die Ölfeld-Service-Gesellschaft Baker Hughes teilte mit, den kleineren Konkurrenten BJ Services zu kaufen. Die Aktien von Baker Hughes verloren deshalb 8,4 Prozent, während das BJ-Papier 5,7 Prozent höher notierte.

Außerdem übernimmt das US-Unterhaltungsunternehmen Walt Disney  den Comic-Konzern Marvel für vier Milliarden Dollar. Marvel-Aktien gewannen 25,3 Prozent, Disney-Titel hingegen büßten 3,1 Prozent ein. Die Aktien des Zeichentrick-Filmemachers DreamWorks Animation sprangen um 5 Prozent in die Höhe, weil Börsianer das Unternehmen plötzlich als möglichen Übernahmekandidaten handelten.

Der weltgrößte Haushaltsgeräte-Hersteller Whirlpool erwartet durch die Schließung einer Fabrik im Bundesstaat Indiana Kosten von 51 Millionen Dollar. Die Whirlpool-Aktie fiel 2,9 Prozent.

Gewinnmitnahmen in Frankfurt

Auch die Anleger in Deutschland sind am Montag auf Nummer sicher gegangen und haben Kasse gemacht. Der Dax  schloss 1 Prozent schwächer bei 5464 Punkten. Der EuroStoxx verlor ebenfalls 1 Prozent.

"Nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen sind Gewinnmitnahmen angebracht", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Wegen eines Feiertages in Großbritannien seien die Umsätze aber sehr gering, so dass kaum von großem Abgabedruck zu sprechen sei.

Die Wahlschlappe der CDU bei den Landtagswahlen im Saarland und in Thüringen drückte die Stimmung in Frankfurt zusätzlich. "Dass die CDU so abgestraft wurde, bringt Unsicherheit in den Markt", sagte ein Händler. "Damit sinken die Chancen für eine schwarz-gelbe Koalition im Bund und das wiederum macht eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke eher weniger wahrscheinlich", sagte ein Händler.

Somit fielen die Aktien des Dax-Schwergewichts Eon  um 1,2 Prozent auf 29,51 Euro. RWE  verloren 0,7 Prozent. In der Hoffnung auf eine Laufzeit-Verlängerung hatten die Versorger in den vergangenen Wochen mehr als der Dax zugelegt.

Düsterer Ausblick auf Briefgeschäft belastet Post

Zu den Schlusslichtern im Dax zählten die Aktien der Deutschen Post mit einem Abschlag von 1,8 Prozent. Der Briefsparte drohen ohne massive Einsparungen und Umstrukturierungen langfristig möglicherweise Verluste, wie Brief-Vorstand Jürgen Gerdes in einem Reuters-Interview erklärte. Die Commerzbank senkte daraufhin ihre Anlageempfehlung.

Zu den größten Verlierern zählten zudem die Stahlwerte ThyssenKrupp und Salzgitter mit Kursverlusten von je 2,4 Prozent. Im EuroStoxx waren Arcelormittal mit minus 2,8 Prozent einer der größten Tagesverlierer.

Finanzwerte europaweit unter Druck

Europaweit gerieten die Finanzwerte unter Druck: Deutsche Bank  Bank verloren zwei Prozent, Fortis 5,6 Prozent, die Aktien von Vorwochenfavorit Commerzbank  1,3 Prozent.

Die VW-Stammaktien schlossen mit 135,05 Euro 0,4 Prozent niedriger. Die Vorzüge legten 1,4 Prozent auf 65,47 Euro zu. Diese stimmrechtslosen Titel könnten die Stämme im Dax ersetzen, sollte der Streubesitz bei den Stämmen unter zehn Prozent fallen. Am heutigen Montag laufen die dafür entscheidenden Kaufoptionen auf VW-Stämme aus, die seinerzeit Porsche im Übernahmeversuch erworben hatte und jetzt von der Credit Suisse verwaltet werden.

Infineon könnte in den Dax zurückkehren

Gesprächsthema war mit Blick auf die Index-Zusammensetzung zudem die erwartete Rückkehr von Infineon  in den Dax. Die Titel des Chipherstellers würden die Aktien von Hannover Rück ersetzen, die nach nur einem halben Jahr wieder in den MDax kämen. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Börse berät am Donnerstagabend. Infineon waren mit einem Plus von 4,6 Prozent der zweitgrößte TecDax-Gewinner.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx ud reuters

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