Märkte Dax schließt über 5500 Punkten

Gewinne an der Wall Street sorgten für zusätzlichen Schwung: Der Dax schließt am Montag über der Marke von 5500 Zählern. Zwischenzeitlich hatte der Leitindex den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres markiert. Zu den größten Gewinnern im Index zählen MAN und die Allianz.

Frankfurt am Main - Hoffnungen auf eine Erholung der Wirtschaft haben am Montag die Kurse am deutschen Aktienmarkt nach oben getrieben. Mit 5519 Punkten schloss der Dax  gut 1 Prozent höher und damit nur knapp unter dem im Handelsverlauf zuvor erreichten Zehn-Monats-Hoch von 5531 Zählern. Händler sprachen aber von einem sehr ruhigen Geschäft. Einige warnten, der Kursanstieg sei übertrieben.

Der MDax  rückte um 1,70 Prozent auf 6819 Punkte vor. Der TecDax hingegen litt unter Verlusten bei den Solarwerten und Infineon und schloss mit minus 0,17 Prozent auf 707 Punkten.

Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co sagte: "Wir haben zwar die Tageshochs nicht halten können, aber wir bewegen uns in einer engen Handelsbreite, und es ist positiv, dass wir auf dem hohen Niveau die Gewinne halten können." Allerdings seien die Volumina weiter sehr gering, da offensichtlich noch viele Akteure im Urlaub weilten. "Die jüngsten US-Konjunkturdaten nähren die Erwartung, dass sich das makroökonomische Umfeld schneller erholt, als man zuletzt gedacht hat", sagte ein anderer Börsianer.

Der Handelstag hatte unruhig begonnen, da in den ersten Minuten die deutschen Aktienindizes wegen technischer Probleme nicht berechnet werden konnten. Die US-Aktienindizes notierten zum Xetra-Schluss in Frankfurt fest im Plus. Der Dow Jones  kletterte zuletzt um 0,7 Prozent auf 9569 Zähler, während der Technologie-Index Nasdaq Composite  um 0,5 Prozent auf 2030 Punkte zulegte.

MAN größter Gewinner im Dax

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von MAN , die um mehr als 5 Prozent auf rund 53 Euro anzogen. "Offenbar haben einige Anleger wegen schwacher Lkw-Geschäfte zuletzt auf einen fallenden Kurs gesetzt und kaufen jetzt wieder MAN", sagte ein Händler.

Die Aussicht auf eine Belebung der Nachfrage hat auch den Stahlwerten europaweit Auftrieb gegeben. Die weltweite Produktion habe im Juli den höchsten Stand des laufenden Jahres erreicht, schrieb Analyst Nik Oliver von Merrill Lynch . Außerdem habe Weltmarktführer ArcelorMittal  angekündigt, zwei Hochöfen in den USA wieder anzufahren. Aktien von Salzgitter  legten um 1,50 Prozent zu, ThyssenKrupp  stiegen um 0,30 Prozent. ArcelorMittal verteuerten sich in Paris um zwei Prozent.

Aktien der Deutschen Börse  kletterten am Montag im Einklang mit dem Gesamtmarkt. Analysten werteten den möglichen Schritt des Marktbetreibers positiv, sich den 33-prozentigen Anteil von Dow Jones (DJ)  am europäischen Index-Geschäft Stoxx zu sichern, falls er tatsächlich zum Verkauf steht. Zu diesem Geschäft gehören unter anderem die Indizes EuroStoxx 50  und Stoxx 50.

Spekulationen um BASF

Nach Aussagen von Konzernchef Jürgen Hambrecht zur Möglichkeit einer feindlichen Übernahme stiegen BASF  zeitweilig um rund 3 Prozent. Die Titel schloss letztlich rund 1,60 Prozent fester. "BASF ist ein attraktives Unternehmen und die Aktie günstig bewertet", sagte ein Händler. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler erwartet derzeit jedoch keine Abwehrmaßnahmen des Unternehmens. "Die Aussagen zur feindlichen Übernahme mögen ein smarter Hinweis sein, um den Aktienkurs hochzuhalten oder weiter anzuschieben", schrieb er in einem Kommentar. Die Aktien des kleineren Konkurrenten Lanxess  standen mit einem Plus von fünf Prozent an der MDax-Spitze. Die Analysten der Unicredit  zählen die beiden deutschen Unternehmen zu ihren Favoriten in der Chemiebranche. Auf der Verliererseite im Dax standen die Aktien von Volkswagen  mit einem Abschlag von 2,3 Prozent.

Nebenwerte: Hochtief gefragt

Im Fahrwasser kräftiger Kursgewinne der Tochter Leighton legten im MDax  Hochtief-Papiere  knapp 4 Prozent zu. Auch die übrigen Bauwerte waren gefragt. Hier mische sich die Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft mit der Aussicht auf Aufträge aus den Konjunkturprogrammen zahlreicher Staaten, sagte ein Börsianer. Die Papiere von Hochtief-Konkurrent Bilfinger Berger  stiegen gar um 4,55 Prozent, jene von HeidelbergCement  verteuerten sich um knapp 3 Prozent.

Nach Bekanntgabe eines Quartalsverlustes büßten die Aktien des Holzverarbeiters Pfleiderer  0,20 Prozent ein, zeitweilig hatten die Verluste knapp 6 Prozent betragen. "Auf den ersten Blick sind die Halbjahreszahlen eindeutig besser als von uns und dem Markt erwartet", schrieb DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck in einem Kommentar. Allerdings seien in dem Ergebnis umfangreiche Einmaleffekte enthalten. Außerdem bleibe die Finanzlage des Unternehmens schwierig.

Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel gestiegen. Die Ölpreise würden weiter durch die positiv aufgenommen US-Konjunkturdaten vom Freitag gestützt, sagten Händler. Sowohl eine sich abzeichnende Stabilisierung am US-Häusermarkt als auch eine positive Konjunktureinschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke hätten den Konjunkturoptimismus genährt. Eine Erholung der US-Wirtschaft würde auch die Nachfrage nach Rohöl steigern. Die USA sind der größte Ölverbraucher der Welt.

Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA haben den Euro am Freitagabend über die Marke von 1,43 US-Dollar getrieben.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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