US-Börsen "Sie haben ihre Finger am Abzug"

Wohl und Wehe der US-Aktienmärkte hängt in der kommenden Woche von weiteren Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft ab. Die Wall Street mag zwar den Schwung auf ihrer Seite haben, schlechte Unternehmens- und Konjunkturdaten könnten der Sommerrally aber ein Ende bereiten.

New York - Ungeachtet des schönen Aufwärtstrends seien viele Portfoliomanager und Händler nervös, sagte Brian Daley von Conifer Securities. "Sie haben ihre Finger am Abzug und werden nicht zögern, falls schlechte Daten rauskommen."

Auf Konjunkturseite wartet eine regelrechte Flut auf die Börsianer. Höhepunkt ist sicherlich der Arbeitsmarktbericht für Juli am Freitag. Zudem legen die Dow-Schwergewichte Procter & Gamble , Kraft  und Cisco  Zahlen vor. Den Großteil der Berichtssaison hat die Wall Street bereits überstanden. Die Mehrheit der Unternehmen lag mit ihren Zahlen über den Erwartungen und verlieh der seit Wochen anhaltenden Rally damit eine neue Dynamik. "Die Wall Street hat leicht bessere Ergebnisse erwartet, aber dies war bislang extrem", sagte Aktienstratege Scott Wren von Wells Fargo Advisors.

Viele Marktteilnehmer führen dies auf die niedrige Erwartungshaltung zurück und stellen die Stärke der Ergebnisse, die durch Einsparungen und Entlassungen zustande gekommen seien, infrage. Insbesondere der S&P, der sich seit seinem Zwölfjahrestief im März um 46 Prozent und seit dem Beginn der Berichtssaison um 12 Prozent aufschwang, könnte einen Dämpfer erhalten, falls die Zahlen in den kommenden Tagen nicht positiv ausfallen.

Die Anleger dürften genau darauf schauen, ob der Index die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten knacken und verteidigen kann. "Die Kursbewegungen waren dramatisch und beeindruckend", sagte Keith Springer, Präsident von Capital Financial Advisory Services. "Das Volumen war im Vergleich dazu nicht beeindruckend. Wir brauchen in den kommenden Wochen bessere Zahlen, um es zu stützen."

Von besonderem Interesse dürften daher die Zahlen des weltgrößten Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble am Mittwoch sein. Von ihnen versprechen sich die Anleger Aufschluss darüber, ob die Verbraucher ihren Gürtel wegen der Rezession immer noch enger geschnallt haben. Ähnlich begutachtet werden dürften auch die persönlichen Einkommen am Dienstag. Im Mittelpunkt dürfte stehen, wie viel die US-Bürger auf die hohe Kante gelegt haben.

Der Dow Jones  der Standardwerte ging am Freitag mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 9171 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann knapp 0,1 Prozent auf 987 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte dagegen 0,3 Prozent im Minus bei 1978 Stellen. Auf Wochensicht ergab sich beim Dow ein Gewinn von 0,9, beim S&P von 0,8 und bei der Nasdaq von 0,6 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax  0,5 Prozent leichter bei 5332 Punkten.

Leah Schnurr, reuters

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