Märkte Deutsche Bank bremst Dax aus

Herbe Kursverluste der Deutschen Bank und ein trübes Konsumklima in den USA haben den Höhenflug des Dax gestoppt. Der Leitindex verlor 1,5 Prozent, nachdem er am Montag noch mit 5309 Punkten den höchsten Stand seit Oktober vorigen Jahres erklommen hatte. Abwärts ging es auch an der Wall Street in New York.

Frankfurt am Main - Nach dem Quartalsbericht der Deutschen Bank  sowie schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen haben Aktionäre am Dienstag Gewinne mitgenommen. Der Frankfurter Leitindex Dax , der seit dem 13. Juli um mehr als 13 Prozent zugelegt hatte und am Vortag den höchsten Schlussstand seit Anfang November erreichte, schloss mit einem Minus von 1,46 Prozent bei 5174,74 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte sank um 1,79 Prozent auf 5989,74 Punkte. Der techniklastige TecDax  verlor 2,04 Prozent auf 649,78 Punkte.

Kaum anders das Bild an den anderen wichtigen Börsen in Europa und in Übersee: Der Euro Stoxx 50  verlor 1,09 Prozent auf 2573,08 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich mit festen Kursen abermals ein Jahreshoch markiert hatte. Frankreichs CAC-40-Index sank um 1,23 Prozent auf 3330,97 Zähler. Der FTSE 100  gab in London um 1,32 Prozent nach auf 4525,71 Punkte nach, nachdem er zuletzt seit zwölf Handelstagen ohne Kursverluste geblieben war.

In den USA notierte der Dow-Jones-Index  zum Handelsschluss in Europa 0,9 Prozent im Minus bei 9030 Punkten und der S&P500 ein Prozent tiefer bei 971 Punkten. Der Nasdaq-Composite verlor 0,7 Prozent auf 1954 Zähler.

Dem Conference Board zufolge ist das Verbrauchervertrauen in den USA auf 46,6 (Vormonat 49,3) Punkte gefallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von 49,0 Zählern gerechnet.

Im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank  der klare Verlierer. Der Kurs des Titels brach um 11,4 Prozent auf 46,09 Euro ein. Analysten der UBS  bezeichnen die am Dienstag vorgelegten Zweitquartalszahlen der Bank als "solide", sie bedeuteten aber nach der sehr guten Kursentwicklung keinen weiteren positiven Impuls. Für Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance, ist die Bank noch immer nahezu eine Investmentbank. Die Anteilsscheine von K+S und Salzgitter verloren jeweils gut 4 Prozent auf 39,82 beziehungsweise 68,12 Euro.

In der zweiten Reihe verloren Kuka-Papiere Kuka  5 Prozent auf 10,18 Euro. Gesucht waren dagegen EADS-Titel  , die um 2,4 Prozent auf 12,99 Euro zulegten. Der Europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern konnte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Im TecDax führten Roth&Rau mit einem Minus von 6,9 Prozent auf 22,13 Euro die Verlierer an.

Das schwache Verbrauchervertrauen in den USA hat die Anleger heute verstärkt zu Dollar- und in Staatsanleihenkäufen animiert. Der Euro-Kurs  fiel bis zum späten Nachmittag auf 1,4130 Dollar, nachdem er am Vormittag noch mit 1,4303 Dollar ein Acht-Wochen-Hoch erreicht hatte. Der Bund-Future zog dagegen deutlich um 62 Ticks auf 120,92 Punkte an. Er war am Morgen noch unter 120 Punkte gerutscht.

Das schwache US-Verbrauchervertrauen hat auch den seit neun Tagen dauernden Anstieg des Ölpreises am Dienstag gestoppt. Das Fass WTI verbilligte sich bis zum Nachmittag um 2 Prozent auf 66,90 Dollar, Brent kostete mit 69,46 Dollar wieder 1,9 Prozent weniger. Händler begründeten den Preisrückgang auch mit den Verlusten an den Aktienmärkten, die nach den US-Daten deutlich nachgaben.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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