Börsenschluss Totentanz in Frankfurt

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag in einem ruhigen und umsatzschwachen Handel mit Verlusten geschlossen. Bankenwerte schoben sich in die Dax-Spitze. Metro sowie Kali und Salz zählten zu den größten Verlierern.

Frankfurt am Main - Die wegen des am Sonnabend anstehenden Unabhängigkeitstages geschlossenen US-Börsen ließen viele Marktteilnehmer früher ins Wochenende ziehen, so Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Das Sommerloch auf der einen und die teils schlechten US-Daten auf der anderen Seite laden nicht gerade zu größeren Engagements ein", sagte er.

Der Dax  klammerte sich an die Marke von 4700 Punkten und schloss mit einem Minus von 0,22 Prozent auf 4708 Zähler. Im Wochenvergleich büßte der deutsche Leitindex rund 1,4 Prozent ein. Der MDax  beendete den Freitag mit minus 1,04 Prozent auf 5701 Zähler. Für den TecDax  ging es um 0,73 Prozent auf 618 Punkte runter.

"Bereits am Donnerstag haben ausgelöst durch schwache US-Arbeitsmarktdaten verstärkt Gewinnmitnahmen eingesetzt, die ganze Woche stand im Zeichen der Konsolidierung", sagte ein weiterer Händler. Insgesamt bleibe das Handelsvolumen wohl auch in der kommenden Woche dünn, es werde gespannt auf die anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal gewartet. "Also lautet die Devise weiter: Abwarten und Tee trinken."

Schlusslicht im Dax waren die Titel von Metro  mit minus 2,52 Prozent auf 34,83 Euro. Laut Kaufhof-Vorstandschef Lovro Mandac könnte die zu Metro gehörende Warenhauskette Galeria Kaufhof nach einer Übernahme 60 Karstadt-Warenhäuser direkt fortführen, wie er dem Wirtschaftsmagazin "Der Handel" sagte. Auf diesem Wege könnte ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert werden. Am Markt überwogen die Sorgen über die daraus resultierenden Kosten. Auch Arcandor  konnten nicht von diesen Aussichten profitieren und verloren 1,92 Prozent auf 0,510 Euro.

Aktien von Kali und Salz  zählten mit minus 2,14 Prozent auf 40,16 Euro ebenfalls zu den abgeschlagenen Titeln. Der Salz- und Düngemittelspezialist sieht sich inmitten der Wirtschaftskrise nach Übernahmezielen um, wie Vorstand Joachim Felker der "Börsen-Zeitung" sagte. Allerdings seien hohe Übernahmepreise noch ein Problem, weshalb mit schnellen Schritten vorerst nicht zu rechnen sei.

Unterdessen erholten sich Aktien der Commerzbank  mit plus 2,85 Prozent auf rund 5 Euro an der Dax-Spitze von ihren Vortagesverlusten. Auch die Anteilsscheine der Deutschen Bank zählten zu den Favoriten. Sie gewannen 1,74 Prozent auf 42,69 Euro. Nach dem 480 Milliarden-Euro -Rettungspaket wird den deutschen Banken erneut massiv geholfen. Sie können ihre Bilanzen nun im großen Stil von Risikopapieren befreien. Der Bundestag hatte die Gesetzespläne zur Errichtung sogenannter "Bad Banks" gebilligt.

Titel von Symrise  sackten nach einer negativen Studie am MDax-Ende um 5,88 Prozent auf 9,77 Euro ab. Morgan Stanley hatte die Einstufung für den Geruchs- und Geschmackstoffhersteller von "Overweight" auf "Equal-Weight" gesenkt. Symrise sei nicht immun gegen den wirtschaftlichen Abschwung und das Marktumfeld sei sehr schwierig, schrieb Analyst Erik Sjogren.

Im Technologiesektor litten Solarwerte unter enttäuschenden Umsatzzahlen des chinesischen Solarzulieferers LDK Solar. So sackten unter anderem Roth & Rau am Indexende um 4,03 Prozent auf 22,14 Euro ab, für SolarWorld ging es um 3,30 Prozent auf 16,40 Euro nach unten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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